
Was kostet eine BU-Versicherung im Durchschnitt?
Erfahren Sie, was eine BU-Versicherung im Monat kostet, wovon die Beiträge für Handwerker abhängen und wie Sie beim Abschluss clever sparen.
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Inhaltsverzeichnis
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert das Einkommen, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können. Die monatlichen Kosten variieren je nach Eintrittsalter, Beruf und Rentenhöhe stark - körperlich Tätige und Handwerker zahlen in der Regel mehr.
Die durchschnittlichen Kosten einer BU-Versicherung
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kostet je nach Ausgangslage zwischen etwas mehr als 20 Euro und über 200 Euro monatlich; für Handwerksberufe fällt der Beitrag wegen des höheren Risikos besonders hoch aus[1]. Wie viel der Schutz konkret kostet, hängt primär von Ihrem ausgeübten Beruf, Ihrem Eintrittsalter und Ihrem Gesundheitszustand ab. Ein pauschaler Einheitspreis existiert am Markt nicht, da jeder Vertrag auf das individuelle Risikoprofil zugeschnitten wird.
Beim Blick auf die Angebote im Jahr 2026 begegnen Ihnen zwei verschiedene Preisangaben: der Brutto-Tarifbeitrag (der vertraglich maximal fällige Beitrag) und der Netto-Zahlbeitrag (der tatsächlich vom Konto abgebuchte Betrag nach Verrechnung von Überschüssen des Versicherers). Versicherer erwirtschaften an den Kapitalmärkten und durch günstige Schadenverläufe Überschüsse, die sie direkt an die Versicherten weitergeben. Sollten diese Überschüsse in wirtschaftlich schwierigen Phasen sinken, kann der Zahlbeitrag bis zur Höhe des Bruttobeitrags ansteigen.
Gerade Handwerker, körperlich Tätige und Selbstständige müssen bei den Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung genau hinsehen. Körperlich anstrengende und gefährliche Tätigkeiten führen zu höheren Kosten, weil das Risiko einer Berufsunfähigkeit höher ist: Die Verbraucherzentrale nennt für einen 30-jährigen kaufmännischen Angestellten mit 1.000 Euro BU-Rente bis zum 67. Lebensjahr rund 50 Euro monatlich bei einem günstigen Anbieter, während ein Dachdecker für dieselbe Rentenhöhe bei einem preiswerten Anbieter rund 100 Euro zahlt[2]. Umso wichtiger ist ein transparenter Vergleich der Tarifbedingungen und Zahlbeiträge.
- Akademische Büroberufe: 57,30 Euro monatlich für einen Rechtsanwalt und 61,50 Euro für einen Informatiker[1]
- Kaufmännische und verwaltende Tätigkeiten: 85,58 Euro monatlich für einen Bürokaufmann und 97,95 Euro für einen Sachbearbeiter[1]
- Handwerks- und Gesundheitsberufe mit erhöhter Belastung: 108,15 Euro monatlich für einen Elektriker und 145,46 Euro für einen Physiotherapeuten[1]
- Körperlich schwere und selbstständige Handwerkstätigkeiten: 207,15 Euro monatlich für einen selbstständigen Handwerker[1]
- Alle Werte stammen aus dem Verivox-Vergleich (Stand 04/2026) und gelten für einen 31-jährigen Nichtraucher ohne Vorerkrankungen mit 2.000 Euro BU-Rente, Laufzeit bis 67 Jahre und Komfort-Tarif[1]
Wovon die monatlichen BU-Beiträge abhängen
Die monatliche Prämie für den privaten Einkommensschutz wird im Jahr 2026 durch mehrere zentrale Stellschrauben kalkuliert. Versicherer ermitteln auf Basis versicherungsmathematischer Wahrscheinlichkeiten, wie hoch das Risiko eines vorzeitigen Leistungseintritts vor dem regulären Rentenalter von 67 Jahren ausfällt.
Den größten Hebel auf den Monatsbeitrag hat die sogenannte Risikogruppe (eine vom Versicherer vorgenommene Einstufung des Berufs nach dessen statistischer Schadenshäufigkeit). Beim gleichen Musterkunden zahlt ein Rechtsanwalt 57,30 Euro und ein Informatiker 61,50 Euro monatlich, während ein Physiotherapeut auf 145,46 Euro und ein Krankenpfleger auf 164,08 Euro kommt: Handwerks- und Pflegeberufe mit hohem Verletzungs- oder Verschleißpotenzial fallen also in deutlich teurere Kategorien[1]. Auch risikoreiche Hobbys wie Klettern, Tauchen oder Fallschirmspringen fließen in die Risikoprüfung ein und können zu Zuschlägen, Ausschlüssen oder sogar einer Ablehnung führen[3].
- Eintrittsalter: Je jünger Sie beim Abschluss sind, desto günstiger ist der dauerhafte Monatsbeitrag über die gesamte Vertragslaufzeit.
- Höhe der BU-Rente: Fachleute empfehlen als Richtwert eine monatliche Absicherung von rund 80 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens, um laufende Fixkosten verlässlich zu decken.
- Laufzeit des Vertrags: Ein Schutz bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter mit 67 Jahren ist teurer als Verträge mit verkürzter Laufzeit (etwa bis 60 oder 62 Jahre), verhindert aber gefährliche Versorgungslücken im Alter.
- Gesundheitszustand: Vorerkrankungen wie chronische Rückenleiden oder Allergien führen je nach Annahmeentscheidung zu Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder im Einzelfall zu einer Ablehnung.
Für Selbstständige und Inhaber in Bereichen wie Handel und Handwerk spielen zusätzlich betriebliche Aspekte eine Rolle. Hier prüfen Versicherer im Leistungsfall unter Umständen, ob eine zumutbare Umorganisation des eigenen Betriebs möglich wäre, weshalb eine klare vertragliche Regelung entscheidend ist.
Preisbeispiele für Handwerker und Büroangestellte
Um die Beitragsunterschiede greifbar zu machen, lohnt sich der direkte Vergleich zweier typischer Berufsbilder bei identischer gewünschter Rentenleistung. Das Einstiegsalter, der gewählte Beruf und die vereinbarte Rentenhöhe zeigen eindrücklich, warum der Beruf der wichtigste Kostenfaktor ist.
Ein Marktvergleich zeigt die Spreizung deutlich: Für einen 31-jährigen Nichtraucher ohne Vorerkrankungen mit einer BU-Rente von 2.000 Euro bis zum Endalter 67 liegt der monatliche Zahlbeitrag beim selbstständigen Handwerker bei 207,15 Euro, während ein Informatiker mit reiner Bürotätigkeit dieselbe Rentenhöhe für 61,50 Euro monatlich absichert[1]. Auch das Alter wirkt, allerdings schwächer als der Beruf: Bei 1.800 Euro BU-Rente zahlt ein Informatiker mit 30 Jahren 54,34 Euro, ein Krankenpfleger im gleichen Alter dagegen 151,15 Euro[1].
| Berufsbild | Eintrittsalter | Monatliche BU-Rente | Monatlicher Netto-Zahlbeitrag (Verivox-Vergleich, 04/2026) | Beitrag im Verhältnis zum günstigsten Beispiel |
|---|---|---|---|---|
| Rechtsanwalt | 31 Jahre | 2.000 Euro | 57,30 Euro[1] | 1,0-fach |
| Informatiker | 31 Jahre | 2.000 Euro | 61,50 Euro[1] | 1,1-fach |
| Bürokaufmann | 31 Jahre | 2.000 Euro | 85,58 Euro[1] | 1,5-fach |
| Elektriker | 31 Jahre | 2.000 Euro | 108,15 Euro[1] | 1,9-fach |
| Selbstständiger Handwerker | 31 Jahre | 2.000 Euro | 207,15 Euro[1] | 3,6-fach |
Wenn Sie als Handwerker, Facharbeiter oder Selbstständiger tätig sind, betrifft Sie diese Beitragsspreizung unmittelbar. Um zu prüfen, welcher monatliche Zahlbeitrag für Ihren individuellen Beruf und Ihren aktuellen Gesundheitsstand anfällt, können Sie Ihren persönlichen Beitrag berechnen und die Konditionen marktweit vergleichen.
Wichtige Klauseln: Nicht nur auf den Preis schauen
Bei der Wahl des Tarifs sollten Sie keinesfalls allein auf den günstigsten Monatsbeitrag achten. Wer aus Kostengründen an den Versicherungsbedingungen spart, riskiert im Leistungsfall langwierige Streitigkeiten oder den vollständigen Verlust der Rentenzahlung.
Zu den unverzichtbaren Tarifmerkmalen gehört der Verzicht auf abstrakte Verweisung (die rechtliche Klausel, nach der ein Versicherer Sie bei Berufsunfähigkeit nicht auf einen anderen theoretisch denkbaren Beruf verweisen darf, sondern allein die Unfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf prüft). Mit diesem Verzicht hat der Versicherer nicht die Möglichkeit, die Rentenzahlung damit abzuwehren, dass Sie theoretisch in einem anderen Beruf noch tätig sein könnten[4].
Ebenso wertvoll ist eine moderne Arbeitsunfähigkeitsklausel (eine Zusatzvereinbarung, die bereits bei einer durchgehenden Krankschreibung von mindestens sechs Monaten Leistungen in voller Rentenhöhe vorsieht, noch während das eigentliche BU-Prüfverfahren läuft). Damit überbrücken Betroffene finanzielle Engpässe unkompliziert und schnell.
- Verzicht auf abstrakte Verweisung: Volle Leistung bezogen auf Ihren zuletzt ausgeübten Beruf ohne Verweisungsrecht.
- Arbeitsunfähigkeitsklausel (AU-Baustein): Schnelle Rentenzahlung bei nachgewiesener Krankschreibung ab sechs Monaten.
- Nachversicherungsgarantie: Das Recht, die monatliche Rentenhöhe bei definierten Lebensereignissen (wie Heirat, Geburt eines Kindes, Immobilienkauf oder Meisterabschluss) ohne erneute Gesundheitsprüfung anzuheben.
- Weltweiter Versicherungsschutz: Leistungsanspruch bleibt auch bei beruflich oder privat bedingten Auslandsaufenthalten uneingeschränkt bestehen.
- Verkürzte Prognosezeit: Anerkennung der Berufsunfähigkeit, sobald der Zustand voraussichtlich sechs Monate anhält, statt einer mehrjährigen Prognose.
Gerade die Nachversicherungsgarantie ist für junge Handwerker sowie Selbstständige ein essenzieller Baustein. Wenn Sie den Meisterbrief erwerben oder ein eigenes Unternehmen gründen, steigt Ihr Einkommen. Dank der Garantie passen Sie Ihre BU-Rente dem gewachsenen Lebensstandard an, selbst wenn in der Zwischenzeit neue Beschwerden aufgetreten sind.
Ausblick: Warum die staatliche Hilfe oft nicht reicht
Viele Erwerbstätige wiegen sich in der falschen Sicherheit, im Ernstfall ausreichend durch staatliche Auffangnetze abgesichert zu sein. Für alle nach dem 1. Januar 1961 Geborenen wurde die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente jedoch bereits vor Jahren ersatzlos gestrichen. An ihre Stelle trat die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, die nicht den erlernten Beruf schützt, sondern lediglich die verbliebene Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bemisst.
Wer noch mehr als sechs Stunden täglich irgendeiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann (egal in welcher Branche oder zu welchem Gehalt), erhält keinen einzigen Cent aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Wer zwischen drei und unter sechs Stunden arbeiten kann, erhält die halbe Erwerbsminderungsrente. Die volle Erwerbsminderungsrente wird erst bewilligt, wenn das tägliche Leistungsvermögen unter drei Stunden liegt.
Die Höhe dieser staatlichen Absicherung reicht zur Existenzsicherung in den meisten Fällen nicht aus. Laut den amtlichen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung lag der durchschnittliche Zahlbetrag bei neu bewilligten Erwerbsminderungsrenten im Jahr 2024 bei rund 1.041 Euro im Monat[5]. Für viele Handwerker und Freiberufler bedeutet das eine monatliche Versorgungslücke von mehreren tausend Euro.
Selbstständige und Freiberufler sind von dieser Lücke besonders hart betroffen, da sie in der Regel gar nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind und somit im Fall einer schweren Erkrankung überhaupt keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente besitzen. Gesetzliche Rahmenbedingungen und Rentenwerte ändern sich laufend; feste Leistungszusagen für künftige Jahre lassen sich daraus nicht ableiten.
Einkommensabsicherung: Die Berufsunfähigkeitsversicherung
Die Absicherung der eigenen Arbeitskraft gehört zu den existenziellen Vorsorgeentscheidungen für jeden Erwerbstätigen. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) liegt die Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit für privat abgesicherte Personen im Schnitt bei 25 Prozent, statistisch wird also jeder Vierte im Laufe des Arbeitslebens mindestens einmal berufsunfähig[6]. Psychische Leiden und Erkrankungen des Nervensystems waren im Jahr 2024 mit 38 Prozent aller Fälle die häufigste Ursache, gefolgt von Krebs mit 19 Prozent und Erkrankungen des Bewegungsapparats mit 16 Prozent[6].
Ob eine Absicherung bezahlbar ist und welche Vertragsgestaltung zu Ihrem Budget passt, hängt jedoch maßgeblich von Ihren persönlichen Faktoren ab: Ihrem genauen Tätigkeitsanteil auf der Baustelle oder im Büro, Ihrem Eintrittsalter und Ihren Vorerkrankungen. Während der eine Handwerksmeister durch eine passende Tarifkombination den Beitrag optimieren kann, benötigt eine Freiberuflerin vor allem maximale Flexibilität bei der Nachversicherung.
Ein allgemeiner Ratgeberartikel kann diese individuellen Feinheiten Ihres Einzelfalls nicht abschließend klären. Welcher Tarif Sie tatsächlich optimal absichert und zu welchen Konditionen ein Versicherer Ihren Antrag annimmt, lässt sich erst nach einer genauen Betrachtung Ihrer konkreten beruflichen Tätigkeiten und Ihrer Gesundheitshistorie beurteilen.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung über nextsure schützt Ihr Einkommen zuverlässig und zahlt eine vertraglich vereinbarte Monatsrente, wenn Sie Ihren bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Als digitaler Marktplatz und unabhängiger Vermittler vergleicht nextsure die Angebote führender Gesellschaften für Sie. Nutzen Sie als nächsten Schritt ein persönliches Beratungsgespräch mit unseren Versicherungsexperten, um Ihre Risikoeinstufung anonym vorab prüfen zu lassen und das für Ihren Beruf passende Angebot zu finden.
Häufig gestellte Fragen
- Was kostet eine gute BU-Versicherung im Monat?
Die Beiträge hängen vom individuellen Berufsrisiko, dem Eintrittsalter und der Gesundheitsprüfung ab. Die Monatsbeiträge reichen von etwas mehr als 20 Euro bis über 200 Euro, wobei Handwerksberufe wegen des höheren Risikos am oberen Ende liegen.
- Warum ist die BU für Handwerker so teuer?
Versicherer stufen Berufe in verschiedene Risikogruppen ein. Wer körperlich arbeitet, hat ein signifikant höheres statistisches Risiko, aufgrund von Unfällen oder Verschleiß (wie Rücken- oder Gelenkerkrankungen) seinen Beruf aufgeben zu müssen.
- Welche Höhe sollte die BU-Rente haben?
Die Rentenhöhe sollte mindestens 80 Prozent des Netto-Monatseinkommens betragen, damit sich der Lebensstandard halten lässt. So bleiben laufende Fixkosten auch bei einem längeren Arbeitsausfall gedeckt.
- Reicht die staatliche Erwerbsminderungsrente nicht aus?
In den meisten Fällen reicht sie nicht aus. Neuzugänge erhielten im Jahr 2024 durchschnittlich 1.041 Euro im Monat. Zudem wird die volle Rente nur gezahlt, wenn Betroffene weniger als drei Stunden täglich in irgendeinem Beruf auf dem Arbeitsmarkt tätig sein können.
- Leisten BU-Versicherungen wirklich, wenn man krank wird?
Ja, der Schutz gilt als verlässlich. Laut einer Umfrage des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) unter seinen Mitgliedsunternehmen werden 80 Prozent aller Anträge auf eine Berufsunfähigkeitsrente bewilligt.
- Kann ich Beiträge sparen, wenn ich jünger bin?
Ja, das Eintrittsalter ist einer der wichtigsten Kostenfaktoren. Wer bereits in der Ausbildung oder früh als Selbstständiger abschließt, sichert sich dauerhaft niedrigere Beiträge, da in jungen Jahren oft noch keine chronischen Vorerkrankungen bestehen.
Quellen
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