Hundekrankenversicherung Vollschutz oder OP-Schutz

Hund beim Tierarzt vor einer geplanten Operation

Hundekrankenversicherung Vollschutz oder OP-Schutz: der nüchterne Vergleich

27.05.26

11

Minuten

Katrin Straub
Katrin Straub

Katrin Straub ist CEO von nextsure und verantwortet die digitale Versicherungsplattform für handverlesene Zusatz-Gesundheits-, Einkommensschutz-, Lebens- und Spezialversicherungen. In ihren Beiträgen erklärt sie verständlich, wie Verbraucher Tarife vergleichen, Verträge optimal gestalten und ihre Rechte rund um Kündigung, Schadenmeldung und Vertragswechsel wahren. Ihr Anspruch: transparente, individuelle Beratung statt Verkaufsdruck.

Die Entscheidung Hundekrankenversicherung Vollschutz oder OP-Schutz hängt am erwarteten Behandlungsrisiko: Der OP-Schutz deckt nur Operationen samt Vor- und Nachsorge, der Vollschutz zusätzlich ambulante Behandlungen, Medikamente, Physiotherapie und eine Vorsorgepauschale. Der Unterschied liegt im Leistungsumfang. Vollschutz lohnt bei jungen, aktiven Hunden mit hohem Tierarztaufkommen; der OP-Schutz reicht für gesunde Tiere, deren Halter Routinekosten selbst tragen wollen.

Das Thema kurz und kompakt

Der OP-Schutz erstattet nur Operationen unter Narkose plus Vor- und Nachbehandlung; alles andere zahlt der Halter selbst.

Der Vollschutz übernimmt zusätzlich ambulante Heilbehandlung, Medikamente, Diagnostik, Physiotherapie und eine Gesundheitspauschale von 30 bis 100 Euro pro Jahr.

Premium-Vollschutz-Tarife laufen ab dem dritten Jahr ohne Jahreshöchstgrenze, OP-Tarife meist bei 2.000 bis 5.000 Euro gedeckelt.

Was unterscheidet die Hundekrankenversicherung mit Vollschutz vom OP-Schutz?

Definition OP-Schutz

Der OP-Schutz für Hunde ist eine reine Operationsversicherung. Der Tarif erstattet ausschließlich veterinärmedizinisch notwendige Operationen unter Teil- oder Vollnarkose, Wundversorgung durch Nähen, operationsvorbereitende Untersuchungen am Tag (in der Premium-Variante auch am Vortag) sowie die Nachbehandlung bis zum 14. oder 20. Tag nach dem Eingriff. Alles, was nicht an einen Operationsanlass gekoppelt ist, fällt aus der Deckung. Ein chronisch hustender Hund, der vier Termine beim Internisten braucht, verursacht in diesem Tarif null Erstattung. Genau das ist die Architektur. Die verschiedene Tarife der Tierkrankenversicherung bündelt im Hundebereich beide Spielarten, OP-Tarif wie Vollschutz, unter einem Dach.

Definition Vollschutz

Der Vollschutz, häufig als Hundekrankenversicherung im engeren Sinn vermarktet, addiert die ambulante Heilbehandlung. Er versichert veterinärmedizinisch notwendige Behandlungen wegen Krankheit oder Unfall, verordnete Medikamente und Verbrauchsmaterialien, Diagnostik (MRT, CT mit 50 Prozent Zuschuss in den Basistarifen), Zahnextraktionen und Wurzelbehandlungen in den höheren Stufen, Tierklinikaufenthalte bis zehn bis zwanzig Tage sowie eine jährliche Gesundheitspauschale von 30 bis 100 Euro für Impfungen, Wurmkuren, Vorsorgeuntersuchungen und Zahnprophylaxe. Premium-Stufen ergänzen Physiotherapie, Homöopathie, Akupunktur und Lasertherapie.

Die Logik dahinter

OP-Schutz adressiert das Katastrophenrisiko. Eine Kreuzbandruptur, ein Magendrehung-Notfall, eine Tumorentfernung; Eingriffe, die schnell 2.000 bis 5.000 Euro kosten und im Worst Case existenzgefährdend werden. Vollschutz adressiert die Frequenz. Jede Otitis, jede Allergietherapie, jede Röntgenkontrolle, jeder Bluttest läuft mit. Die novellierte Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) hat die Tierarztkosten seit November 2022 deutlich angehoben [got-novelle-2022]. Wer rechnen kann, sieht: zwei verschiedene Versicherungsphilosophien, nicht zwei Stufen derselben Treppe.

Welche Leistungen sind beim Vollschutz drin, die der OP-Schutz nicht abdeckt?

Ambulante Heilbehandlung

Das ist der größte Block. Beim Vollschutz fließen alle veterinärmedizinisch notwendigen Behandlungen ohne Operationsbezug in die Erstattung; beim OP-Schutz fließt davon nichts. Konkret betrifft das Konsultationen, Untersuchungen, Bluttests, Röntgen ohne OP-Anlass, Ultraschall, Allergietests, Hyposensibilisierungen und Folgetermine bei chronischen Diagnosen wie Diabetes, Hypothyreose oder Atopie. Wer einen Allergiker hat, kennt die Frequenz. Drei bis fünf Termine pro Quartal sind normal. Der OP-Tarif schweigt dazu.

Medikamente, Diagnostik, Pauschalen

Verordnete Medikamente und Verbrauchsmaterial sind beim Vollschutz unabhängig vom OP-Anlass mitversichert; im OP-Tarif nur dann, wenn sie im Zusammenhang mit der Operation stehen. Die Basisstufen des Vollschutzes bezuschussen MRT- und CT-Kosten mit 50 Prozent, die Superior-Stufen mit dem regulären Erstattungssatz von 90 oder 100 Prozent. Die Gesundheitspauschale gibt es ausschließlich beim Vollschutz: 30 Euro im Basistarif, 70 Euro im Premium und bis zu 100 Euro in der Superior-Variante . Der Unterschied liegt in der Routine. Das ist Geld für Impfungen, Wurmkuren und die jährliche Vorsorge, also genau die Routine, die der OP-Schutz ignoriert. Bei der konkreten Tarifwahl hilft der Ratgeber zu Kosten und konkreten Schutz der Hundeversicherung als Einstieg.

Physiotherapie, Naturheilverfahren, Prothesen

Premium- und Superior-Stufen des Vollschutzes inkludieren Physiotherapie auch ohne vorherige Operation (bis 200 Euro pro Versicherungsfall), Homöopathie und Akupunktur bis zu 10 Tage konservativ, Lasertherapie und in der Superior-Variante einen Prothesen- und Orthesen-Zuschuss von bis zu 650 Euro nach 12 Monaten Wartezeit. Der OP-Tarif gewährt diese Bausteine nur als Nachbehandlung im engen Zeitfenster nach einer Operation. Wer mit seinem Hund regelmäßig zur Physio geht, weil eine HD vorliegt, sieht den Unterschied bei der ersten Jahresabrechnung. Die Lücke ist groß.

Leistungsvergleich OP-Schutz vs. Vollschutz (Hepster-Tarifsystem)

Leistung

OP-Schutz Basis

Vollschutz Basis20

Vollschutz Superior10

Operationen unter Narkose

ja, 2.000 €/Jahr

ja, 2.500 €/Jahr

ja, unbegrenzt

Ambulante Heilbehandlung

nein

ja, 2.500 €/Jahr

ja, unbegrenzt

Medikamente ohne OP-Bezug

nein

ja

ja

Gesundheitspauschale

0 €

30 €/Jahr

100 €/Jahr

Physiotherapie ohne OP

nein

nein

bis 200 €/Fall

Erstattungssatz

80 %, SB 250 €

80 %, SB 250 €

90 %, SB 10 %

Prothesen/Orthesen

nein

nein

bis 650 €/Fall

Tarifdaten laut Produktinformationsblättern Hepster Hunde-OP- und Hunde-Krankenversicherung.

Was kostet Hundekrankenversicherung mit Vollschutz im Jahr 2026?

Preisbänder am Markt

Verbraucherportale beziffern die monatlichen Beiträge für eine Hunde-OP-Versicherung 2026 typischerweise zwischen 9 und 25 Euro, für den Vollschutz zwischen 25 und 90 Euro pro Monat, abhängig von Rasse, Alter, Region und Selbstbeteiligung . Ein junger Mischling, kastriert, in einem 20-Prozent-Selbstbehalt-Tarif liegt häufig bei 32 bis 45 Euro für den Vollschutz. Ein Französische Bulldogge, sieben Jahre alt, Risikorasse wegen Brachycephalie, landet schnell bei 80 Euro und mehr. Der OP-Tarif desselben Hundes liegt bei 18 bis 30 Euro. Die Spreizung folgt dem Schadenrisiko, das die Versicherer im Bestand kalkulieren.

Was den Preis treibt

Vier Hebel dominieren. Erstens das Eintrittsalter: Welpen sind günstig, Hunde über acht Jahre teuer oder gar nicht mehr aufnehmbar. Zweitens die Rasse: Doggen, Bulldoggen, Möpse und einige Schäferhundlinien zahlen Risikoaufschläge. Drittens die Selbstbeteiligung: 20 Prozent fix mit 250 Euro Mindest-SB pro Fall ist Standard; 0 Prozent SB im Superior0-Tarif kostet rund 40 Prozent mehr Beitrag, gibt dafür 100 Prozent Erstattung. Viertens die Jahreshöchstgrenze: gedeckelte Tarife (2.500 Euro) sind günstiger, unbegrenzte Premium-Tarife ab dem dritten Jahr deutlich teurer. Die jeweilige Beitragsstruktur findet sich im Produktinformationsblatt jedes Tarifs .

Lebenskosten-Vergleich

Über zwölf Hundejahre summiert ein mittlerer Vollschutz-Tarif zu 42 Euro im Monat rund 6.050 Euro Beitrag. Ein OP-Tarif zu 22 Euro landet bei 3.170 Euro. Die Differenz von etwa 2.900 Euro ist der Preis für die ambulante Komponente plus Vorsorge plus Diagnostik. Wer in diesen zwölf Jahren mehr als 2.900 Euro für ambulante Behandlungen ausgibt, hat den Mehrbeitrag rechnerisch verdient. Statistisch betrifft das die Mehrheit der Halter, vor allem in den letzten drei Lebensjahren des Hundes, wenn die altersbedingte Diagnostik zunimmt.

Lohnt sich der Vollschutz oder reicht eine OP-Versicherung?

Die OP-Schutz-Logik

Reine OP-Versicherung passt zu drei Profilen. Erstens: gesunde Hunde unter sechs Jahren, deren Halter Routinekosten von 300 bis 600 Euro pro Jahr aus dem Haushaltsbudget tragen wollen. Zweitens: Sparer, die das Katastrophenrisiko abdecken und ambulante Frequenz selbst übernehmen. Drittens: Halter mit Notgroschen für Vorsorge und Akutbehandlung, aber ohne Reserve für eine 4.000-Euro-Kreuzband-OP. Die Entscheidung ist mathematisch sauber, sobald man die eigene Bereitschaft kennt, Tierarztrechnungen monatlich aus der laufenden Liquidität zu bezahlen. Wer das kann, spart deutlich.

Die Vollschutz-Logik

Vollschutz lohnt, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien zutrifft: ein Hund mit dokumentierter Allergie- oder Magen-Darm-Disposition; eine Rasse mit überdurchschnittlichem Diagnostikbedarf (Boxer, Retriever, Bulldoggen, Schäferhunde); ein Senior ab acht Jahren, dessen Halter Vorsorge- und Diagnostikfrequenz steigen sieht; ein junger Hund, dessen Halter Planbarkeit über Liquidität stellt. Premium- und Superior-Tarife mit ab dem dritten Jahr unbegrenzter Jahresgrenze entkoppeln den Familienhaushalt vollständig vom Behandlungsrisiko. Die Logik ist eindeutig. Wer den eigenen Bedarf strukturiert prüfen möchte, kann den Bereich Gesundheit und Pflege bei nextsure direkt durchgehen.

Die Hybridvariante

Es gibt einen Mittelweg. Eine OP-Versicherung Superior0 (100 Prozent Erstattung, keine Selbstbeteiligung, ab dem zweiten Jahr unbegrenzt) deckt das Katastrophenrisiko vollständig und kostet weniger als der volle Tarif. Wer den Vorsorge- und Diagnostikteil bewusst selbst tragen will, fährt mit dieser Kombination am besten. Die Halter, die nextsure berät, entscheiden sich häufig genau hier, sobald sie eine ehrliche Schätzung ihrer jährlichen Routinekosten gemacht haben. Drei Jahre Beobachtung reichen in der Regel.

Wie hoch ist die Vorsorgepauschale in Vollschutz-Tarifen?

Die Staffelung im Detail

Die Vorsorgepauschale ist das Sichtbarste, was den Vollschutz vom OP-Schutz unterscheidet. Im Basistarif (Basis20, Basis50) liegt sie bei 30 Euro pro Versicherungsjahr. Im Premium-Tarif steigt sie auf 70 Euro. Im Superior10 sind es 100 Euro pro Versicherungsjahr . Erstattet werden daraus Vorsorgeuntersuchungen, Schutzimpfungen, Wurmkuren und Zahnprophylaxe; ab Premium auch die Kennzeichnung per Chip. Die Pauschale ist budgetiert, nicht prozentual; ist sie ausgeschöpft, trägt der Halter den Rest selbst.

Realistische Nutzung

Die jährliche Standardvorsorge kostet beim Tierarzt grob 80 bis 180 Euro: SHPP-Impfung, Tollwut alle zwei bis drei Jahre, vier Wurmkuren, eine allgemeine Untersuchung, eventuell eine Zahnreinigung [bundestieraerztekammer-impfempfehlung]. Eine Pauschale von 30 Euro deckt einen Bruchteil; eine Pauschale von 100 Euro fängt rund die Hälfte ab. Die Pauschale ersetzt also keine Vorsorgefinanzierung. Sie reduziert die Eigenleistung. Wer Vorsorge als Pflichtprogramm sieht, sollte die 100-Euro-Variante einrechnen und den Mehrbeitrag dagegen halten.

Vorsorge bei nextsure verstehen

Vorsorgepauschalen sind ein Beispiel für budgetierte Leistungen, wie man sie auch aus der humanen Zahnzusatzversicherung kennt. Wer die Logik einmal bei der eigenen Police verstanden hat, überträgt sie problemlos auf den Hund. Bei nextsure laufen beide Themen unter dem Dach Gesundheit und Pflege; die Tierversicherung sitzt strategisch in den Spezialversicherungen, weil ihr Risikoprofil eigen ist. Die Beratungslogik bleibt dieselbe.

Wann lohnt sich der Mehrbeitrag für den Vollschutz?

Die 250-Euro-Regel

Eine pragmatische Faustregel: Sobald die jährlichen ambulanten Tierarztkosten 250 Euro übersteigen, beginnt der Mehrbeitrag für den Vollschutz mathematisch zu arbeiten. Der typische Mehrbeitrag liegt bei 15 bis 25 Euro im Monat, also 180 bis 300 Euro im Jahr. Wer also regelmäßig dreistellige ambulante Rechnungen sieht, holt die Differenz über die Erstattung wieder rein. Bei chronischen Diagnosen wie Atopie, Diabetes oder Hypothyreose ist die Schwelle nach drei Monaten erreicht. Genaue Zahlen liefert die eigene Tierarzthistorie der letzten drei Jahre.

Risikoprofile, bei denen sich der Mehrbeitrag fast immer lohnt

Vier Profile rechtfertigen den Mehrbeitrag systematisch. Erstens: Rassen mit hoher Diagnostikfrequenz (Französische Bulldoggen, Möpse, Boxer, Retriever, Schäferhunde mit HD-Disposition). Zweitens: Hunde aus dem Tierschutz mit unbekannter Vorgeschichte und Tendenz zu Allergien oder gastrointestinalen Reizungen. Drittens: Sportlich aktive Hunde (Agility, Mantrailing, Jagdhunde), die häufiger orthopädische Diagnostik brauchen. Viertens: Welpen unter zwölf Monaten, weil der Eintritt jung extrem günstig ist und der Vertrag das ganze Hundeleben mitgeht. Wer hier knausert, zahlt später drauf.

Wann der Mehrbeitrag nicht lohnt

Bei einem gesunden adulten Hund (3 bis 6 Jahre), Mischling oder robuste Rasse, ohne dokumentierte Diagnosen, mit Haltern, die 500 bis 800 Euro liquide Vorsorgereserve im Jahr halten, ist der OP-Schutz die rationalere Wahl. Die statistische Wahrscheinlichkeit einer großen OP über die Lebenszeit liegt bei 30 bis 45 Prozent . Genau diese Wahrscheinlichkeit deckt der OP-Tarif zum Bruchteil des Vollschutz-Beitrags ab. Vollschutz wäre hier eine bewusste Komfortentscheidung, keine wirtschaftliche.

Welche Wartezeiten und Ausschlüsse gelten bei beiden Tarifarten?

Welche Wartezeiten und Ausschlüsse gelten bei beiden Tarifarten?

Allgemeine Wartezeit

Beide Tarifarten haben eine allgemeine Wartezeit von einem Monat ab Vertragsbeginn . In dieser Zeit greift die Versicherung nicht. Für bestimmte Erkrankungen, insbesondere Kreuzbandrisse, HD-bedingte Operationen, Zahnbehandlungen und Tumore, gelten besondere Wartezeiten von drei bis zwölf Monaten. Das Detail steht in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen, die im Produktinformationsblatt referenziert werden. Wer den Vertrag erst nach einer Diagnose abschließt, fliegt aus der Erstattung, weil vorbestehende Erkrankungen dauerhaft ausgeschlossen bleiben.

Generelle Ausschlüsse

Beide Tarifvarianten schließen identische Bereiche aus. Chronische Erkrankungen oder genetisch bedingte Fehlentwicklungen, die bei Antragstellung bekannt waren; Erkrankungen im Zusammenhang mit Deckung, Trächtigkeit, Scheinträchtigkeit oder Geburt; Behandlungen innerhalb der letzten sechs Monate vor Vertragsschluss; Maßnahmen zur Herstellung eines Rassestandards (Kupieren, kosmetische Korrekturen). Auch Gesundheitszeugnisse und Gutachten sind außen vor. Das ist Standard im Markt, nicht hepster-spezifisch.

GOT-Satz und Erstattung

Beide Tarifarten erstatten bis zum 3-fachen (Basis) bzw. 4-fachen (Premium, Superior) Satz der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) [got-novelle-2022]. In Notfällen nachts, am Wochenende oder an Feiertagen gilt derselbe Höchstsatz. Die novellierte GOT vom 22. November 2022 hat die Tierarztkosten in Deutschland deutlich angehoben, was beide Tarifarten teurer macht, aber gleichzeitig den Wert der Versicherung erhöht. Wer eine Police vor 2022 hat, sollte den Erstattungssatz prüfen und gegebenenfalls auf den aktuellen 4-fachen Satz upgraden.

Wie integriert sich die Hundekrankenversicherung in das Haushaltsbudget der Familie?

Koordination mit anderen Verträgen

Tierkrankenversicherung und Hundehalterhaftpflicht sind zwei verschiedene Verträge und beide unverzichtbar. Die Krankenversicherung deckt Behandlungs- und OP-Kosten; die Absicherung durch eine Hundehalterhaftpflicht deckt Schäden, die der Hund Dritten zufügt, und ist in mehreren Bundesländern Pflicht . Wer beide bei einem Anbieter bündelt, profitiert oft von einem Mehrvertragsrabatt von 5 bis 10 Prozent und vereinfacht die Verwaltung. Die Hausratversicherung greift bei Hundeschäden im eigenen Haushalt in der Regel nicht; das ist eine häufige Fehlannahme.

Priorisierung im Vorsorgeportfolio

Im klassischen Vorsorge-Setup einer Familie steht der Hund regelmäßig hinter Berufsunfähigkeit, Risikoleben und Haftpflicht, aber vor manchen Komfortbausteinen. Der Grund ist einfach. Eine 4.000-Euro-OP trifft den Haushalt direkt, wenn die Reserve nicht reicht. Wer Berufsunfähigkeitsschutz priorisiert, sollte den Hundetarif nach demselben Risiko-zu-Beitrags-Verhältnis prüfen. nextsure führt für Vorsorge-Familien genau diese koordinierte Bedarfsanalyse durch, kostenfrei und ohne Verkaufsdruck.

Steuerliche Behandlung

Beiträge zur Hundekrankenversicherung sind steuerlich nicht absetzbar; sie zählen weder zu den Vorsorgeaufwendungen noch zu den Werbungskosten. Anders verhält es sich bei der Hundehalterhaftpflicht, die als Privathaftpflicht in der Anlage Vorsorgeaufwand geltend gemacht werden kann. Wer einen Hund gewerblich nutzt (Diensthund, Therapiehund, Hund im Tagesbetrieb), darf die Versicherung ggf. als Betriebsausgabe ansetzen. Die Mehrheit der Halter fällt in die private Kategorie und kalkuliert ohne Steuerentlastung.

Wie wird der passende Tarif praktisch ausgewählt?

Schritt 1 bis 3: Bestandsaufnahme

Erstens: die Tierarzthistorie der letzten zwei bis drei Jahre durchrechnen. Was wurde tatsächlich bezahlt, getrennt nach Vorsorge, ambulanter Behandlung und OP? Zweitens: das eigene Rasse-Risiko nüchtern einschätzen. Eine kurze Recherche zu rassetypischen Erkrankungen reicht. Drittens: die liquide Reserve für Tierarztkosten festlegen. Wer 500 Euro im Jahr aus der Portokasse zahlt, braucht keinen Vollschutz. Wer bei 1.500 Euro nervös wird, schon.

Schritt 4: Tarife filtern

Drei Filter sortieren das Angebot vor. Jahreshöchstgrenze (ab 5.000 Euro oder unbegrenzt), Selbstbeteiligung (10 oder 20 Prozent als Praxisstandard) und Erstattungssatz nach GOT (mindestens 3-fach, idealerweise 4-fach). Wer Wartezeitfallen vermeiden will, schließt den Vertrag bei einem jungen, gesunden Hund ab; das ist der einzige Zeitpunkt mit minimalen Ausschlüssen. Der Vergleich von handverlesenen Tarifen, wie ihn der Vollschutz einer Hunde-Krankenversicherung bei nextsure abbildet, spart Recherchezeit.

Schritt 5: Abschluss und Beratung

Der Online-Abschluss bei einem digital geführten Versicherungsmakler dauert 10 bis 20 Minuten. Wer unsicher ist, sollte vorher mit einem Makler nach §34d GewO sprechen [gewo-34d]. Die Beratung ist für den Endkunden kostenfrei; der Makler vergütet sich über Courtagen der Versicherer. Nach Vertragsschluss gilt ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen. In dieser Zeit lässt sich der Vertrag ohne Begründung rückabwickeln, was Druck aus der Entscheidung nimmt.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Hundekrankenversicherung und OP-Versicherung?

Die Hunde-OP-Versicherung erstattet ausschließlich Operationen unter Narkose samt direkter Vor- und Nachsorge. Die Hundekrankenversicherung im Vollschutz deckt zusätzlich ambulante Heilbehandlungen, Medikamente, Diagnostik, Tierklinikaufenthalte und eine jährliche Vorsorgepauschale. Beide Tarifvarianten kombinieren, ist nicht möglich; sie ersetzen einander.

Welche Wartezeit gilt bei einer Hundekrankenversicherung?

Die allgemeine Wartezeit beträgt einen Monat ab Vertragsbeginn. Für bestimmte Erkrankungen wie Kreuzbandrisse, HD-bedingte Operationen oder Tumore gelten besondere Wartezeiten von drei bis zwölf Monaten. Diagnosen, die innerhalb dieser Wartezeit fallen, bleiben dauerhaft ausgeschlossen.

Bis zu welchem Alter kann ein Hund neu versichert werden?

Die meisten Anbieter nehmen Hunde bis zum Alter von sieben bis acht Jahren neu auf. Ab diesem Alter steigen die Beiträge deutlich, oder der Versicherer lehnt die Aufnahme ganz ab. Ein früher Abschluss lohnt sich. Wer früh abschließt, sichert sich die günstige Beitragsstaffel über das gesamte Hundeleben, weil der Vertrag mit dem Tier altert.

Sind chronische Krankheiten versichert?

Beide Tarifvarianten schließen chronische Erkrankungen, die vor Vertragsbeginn diagnostiziert wurden, dauerhaft aus. Chronische Diagnosen, die nach Ablauf der Wartezeit entstehen, deckt der Vollschutz mit, im OP-Tarif nur, soweit sie eine Operation auslösen. Das ist der zentrale Vorteil des Vollschutzes für ältere Hunde.

Was kostet eine Kreuzband-OP beim Hund ohne Versicherung?

Eine TPLO- oder TTA-Operation am Kreuzband kostet je nach Klinik, Hundegröße und Region zwischen 2.500 und 5.500 Euro inklusive Voruntersuchung, Operation, stationärem Aufenthalt und Nachsorge. Bei großen Rassen liegen die Kosten regelmäßig im oberen Bereich. Genau dieses Risiko deckt der OP-Schutz bereits zu monatlichen Beiträgen ab 18 Euro ab.

Kann der Vertrag bei Tod des Hundes gekündigt werden?

Ja. Stirbt der versicherte Hund, endet der Vertrag automatisch zum Todestag; bereits gezahlte Beiträge für den verbleibenden Versicherungszeitraum werden anteilig erstattet. Der Versicherer benötigt einen Nachweis (Tierarztbescheinigung, Einäscherungsbeleg). Die Übertragung auf einen neuen Hund ist nicht möglich; der Halter schließt für ein neues Tier einen neuen Vertrag ab.

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