
Was kostet eine BU-Versicherung pro Monat?
Was kostet eine BU pro Monat? Realistische Beiträge für Handwerker, Selbstständige und Angestellte plus die Faktoren, die den Preis treiben.
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Inhaltsverzeichnis
Hier lesen Sie, was Ihren Preis treibt und wie Sie ihn senken, ohne den Schutz zu schwächen
Die kurze Antwort: so viel kostet eine BU pro Monat
Es gibt keinen Einheitspreis für die Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz BU: Der Monatsbeitrag wird immer individuell kalkuliert. Zur Orientierung: Für Angestellte mit überwiegend Bürotätigkeit liegen die Kosten meist zwischen 30 und 100 Euro pro Monat[1], junge Akademiker bekommen 1.000 Euro BU-Rente teils schon ab rund 25 bis 30 Euro im Monat[2].
Handwerker und körperlich Tätige zahlen spürbar mehr: Wer wie ein Dachdecker in der höchsten Risikogruppe eingestuft wird, legt für dieselbe 1.000-Euro-Rente je nach Anbieter zwischen 100 und 220 Euro im Monat hin[3]. Der Beitrag hängt also immer von fünf Faktoren ab:
- Beruf: Je höher das Berufsrisiko, desto teurer die Police.
- Alter bei Abschluss: Je jünger, desto günstiger der Beitrag.
- Gesundheit: Vorerkrankungen können einen Aufpreis oder Ausschluss auslösen.
- Rentenhöhe: 1.000 Euro BU-Rente kostet mehr als 500 Euro.
- Laufzeit: Schutz bis 67 kostet mehr als Schutz bis 60.
| Modellfall | BU-Rente | Laufzeit | Beitrag günstiger Anbieter | Beitrag teurer Anbieter |
|---|---|---|---|---|
| Kaufmännischer Angestellter, 30 Jahre | 1.000 Euro pro Monat | bis 67 | ab rund 30 Euro pro Monat[1] | bis zu 100 Euro pro Monat[1] |
| Dachdecker, Mitte zwanzig | 1.000 Euro pro Monat | bis 67 | rund 100 Euro pro Monat[3] | bis zu 220 Euro pro Monat[3] |
Die ehrliche Antwort lautet also: Ihre BU kostet so viel, wie Ihr Profil es verlangt. Was Ihr Beitrag konkret kostet, zeigt ein Blick auf die Durchschnittskosten nach Alter und Berufsgruppe.
Diese Faktoren bestimmen Ihren Monatsbeitrag
Versicherer kalkulieren den Beitrag anhand weniger, sehr wirkungsvoller Stellschrauben. Die beiden größten sind Ihr Eintrittsalter und Ihr Beruf. Dazu kommen Gesundheitszustand, gewünschte Rentenhöhe, Laufzeit und Ihre Freizeit: Riskante Hobbys wie Motorrad- oder Flugsport können ebenfalls einen Zuschlag oder Ausschluss auslösen.
- Eintrittsalter: Wer früh abschließt, zahlt über die gesamte Laufzeit weniger.
- Gesundheitszustand: Die Gesundheitsfragen (der Fragebogen zu Vorerkrankungen im Antrag) fragen ambulante Behandlungen meist der letzten fünf Jahre ab, stationäre Aufenthalte der letzten zehn Jahre.[4]
- Beruf: Versicherer sortieren Berufe in Risikoklassen ein; die Zuordnung kann je nach Anbieter abweichen.
- Rentenhöhe und Laufzeit: Idealerweise läuft der Vertrag bis zum 67. Lebensjahr, denn eine Verlängerung später bedeutet eine neue Gesundheits- und Risikoprüfung.
Ein Punkt, der im Kleingedruckten steckt: Der Tarifbeitrag (Brutto) ist der Höchstbeitrag, der Zahlbeitrag (Netto) der tatsächliche, aktuell fällige Beitrag. Die Differenz entsteht durch Überschüsse, die der Versicherer aus seinen Kapitalerträgen an die Versicherten weitergibt. Schrumpfen diese Überschüsse, kann Ihr Nettobeitrag bis zum Bruttobeitrag steigen. Kalkulieren Sie Ihre Budgetplanung daher vorsichtig mit dem Tarifbeitrag.
Entlastend vorab: Die Gesundheitsprüfung fällt für die meisten Menschen besser aus als befürchtet. Im Jahr 2023 erhoben die Versicherer nur in 3 Prozent der Anträge einen Risikozuschlag, in 10 Prozent der Fälle gab es einen Leistungsausschluss für bestimmte Vorerkrankungen, und nur 3 Prozent der Anträge wurden abgelehnt.[5]
Warum Handwerker und körperlich Tätige mehr zahlen
Der größte Preistreiber ist die Berufsgruppe (die Risikoklasse, in die der Versicherer Ihren Beruf einsortiert). Die Faustregel lautet: Je höher das Berufsrisiko, desto teurer die Police. Dachdecker, Gerüstbauer, Heizungsinstallateure und Tischler liegen bei vielen Versicherern in der höchsten Risikogruppe, Büro- und Verwaltungsberufe in der mittleren, Anwälte, Ärzte und Ingenieure in der günstigsten.
| Risikoeinstufung | Typische Berufe |
|---|---|
| Gering | Anwalt, Architekt, Arzt, Ingenieur, Kaufleute |
| Normal | Büro- und Verwaltungsangestellte, Informatiker, Techniker |
| Erhöht | Erzieher, Kfz-Mechatroniker, Lehrer, Pflegefachkraft, Physiotherapeut |
| Hoch | Dachdecker, Gerüstbauer, Heizungsinstallateur, Kellner, Tischler |
Ein konkretes Rechenbeispiel: Ein Dachdecker Mitte zwanzig zahlt für eine monatliche BU-Rente von 1.000 Euro bis zum 67. Lebensjahr je nach Anbieter zwischen 100 und 220 Euro im Monat[6]. Für denselben Schutz zahlt ein Büroangestellter oft nur einen Bruchteil. Details dazu lesen Sie im Ratgeber zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Handwerker.
Wichtig zur Einordnung: Der hohe Beitrag schützt nicht nur vor Stürzen vom Dach. Psychische Erkrankungen sind mit 35,75 Prozent die häufigste BU-Ursache und treffen jeden Beruf, Erkrankungen des Bewegungsapparats wie Rückenleiden folgen mit 17,85 Prozent (Datenstand 2025).[7] Gerade körperlich Tätige tragen aber beides: ein höheres Berufsrisiko und höhere Beiträge.
BU-Kosten für Selbstständige: was Sie einplanen sollten
Als Selbstständiger oder Freiberufler tragen Sie Ihr Risiko allein: Es gibt kein Arbeitgebergehalt, das weiterläuft, und oft keine lange Kündigungsfrist als Puffer. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente (die staatliche Absicherung, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen kaum noch arbeiten können) greift erst, wenn Sie weniger als sechs Stunden täglich irgendeiner Tätigkeit nachgehen können, die volle Rente nur bei weniger als drei Stunden.[8]
Die Dimension des Risikos: Jedes Jahr müssen rund 170.000 Menschen ihren Job vor Erreichen des Rentenalters aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.[8] Die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente lag im Jahr 2023 bei 972 Euro monatlich.[9] Statistisch wird zudem jeder Vierte im Laufe des Arbeitslebens mindestens einmal berufsunfähig.[5]
Als Richtwert für die private BU-Rente gelten 70 bis 80 Prozent Ihres Nettoeinkommens.[7] Rechnen Sie für Ihr Budget durch, welche Summe im Ernstfall Miete, Lebenshaltung und Altersvorsorge weiterträgt. Wer dabei nur mit der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente von durchschnittlich 972 Euro[9] rechnet, hat im Ernstfall eine Lücke, die der Staat nicht schließt.
Ob Ihr Fall zutrifft, hängt von Ihrer Selbstständigkeit, Ihrem Einkommen und Ihren Rücklagen ab. Einen allgemeinen Artikel kann das nicht klären. Der nächste Schritt: Lassen Sie Ihren individuellen BU-Beitrag berechnen, auf Basis Ihres Berufs, Ihres Alters und der Rentenhöhe, die Ihr Lebensunterhalt wirklich braucht.
Beitrag senken, ohne den Schutz zu schwächen
Der wirksamste Sparhebel ist der frühe Abschluss: Neuversicherte schlossen ihre BU im Jahr 2024 im Schnitt mit knapp unter 29 Jahren ab, und je jünger und gesünder Sie bei Abschluss sind, desto günstiger fällt der Beitrag über die gesamte Laufzeit aus.[5] Ein wichtiger Nebeneffekt: Die einmal eingestufte Berufsgruppe bleibt erhalten, auch wenn Sie später einen risikoreicheren Handwerksberuf ausüben.[10]
- Nachversicherungsgarantie (die Rente lässt sich bei bestimmten Anlässen wie Gehaltssprung oder Firmengründung ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen) hält den Schutz aktuell.[10]
- Eine Beitragsdynamik (Beitrag und Rente steigen jährlich um einen vereinbarten Prozentsatz) schützt die Rente vor Inflation. Wie das im Detail funktioniert, erklärt der Ratgeber zur BU-Beitragsdynamik.
- Bedingungen vor Preis: Ein guter Vertrag enthält den Verzicht auf die abstrakte Verweisung (der Versicherer darf Sie nicht auf einen anderen, theoretisch möglichen Beruf verweisen), die Sechs-Monats-Prognose und die rückwirkende Leistung ab Beginn der Berufsunfähigkeit.[10]
- Bei Vorerkrankungen: Eine anonyme Risikovoranfrage zeigt ohne Namensnennung, welcher Versicherer Sie zu welchen Konditionen aufnehmen würde, bevor ein offizieller Antrag Ihre Chancen verbrennt.[10]
Die gute Nachricht: In unabhängigen Tests schneiden die meisten BU-Tarife gut bis sehr gut ab, die Preisunterschiede bei gleicher Leistung erreichen aber bis zu 200 Prozent.[10] Sparen heißt daher nicht, Leistungen zu kürzen, sondern den gleichen Schutz zum besseren Beitrag zu finden. Welche Kriterien dabei zählen, fasst der Überblick zur Berufsunfähigkeitsversicherung zusammen.
Ausblick und nächster Schritt: Beitrag berechnen
Ein kurzer, bewusst offener Ausblick: Tarife, Rechnungsgrundlagen und Gesundheitsfragen ändern sich laufend, und Beiträge werden regelmäßig neu kalkuliert. Welchen Beitrag ein Anbieter im nächsten Jahr für Ihr Profil verlangt, lässt sich heute nicht seriös beziffern. Verlässlich ist nur der Vergleich zum aktuellen Zeitpunkt.
Die allgemeine Regel lautet: Der BU-Beitrag ist immer individuell kalkuliert, ein Einheitspreis existiert nicht. Den Ausschlag für Ihren Fall geben Beruf, Alter, Gesundheitszustand und die gewünschte Rentenhöhe. Welche Einstufung und welchen Beitrag Sie als Handwerker, körperlich Tätiger oder Selbstständiger bekommen, kann ein allgemeiner Artikel nicht klären, das zeigt erst die konkrete Anfrage bei den Versicherern.
Genau dafür ist die Berufsunfähigkeitsversicherung von nextsure gedacht: Die vermittelte Police zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf krankheits- oder unfallbedingt nicht mehr ausüben können, weltweit gültig und mit individuell angepassten Tarifen. nextsure ist dabei Marktplatz und unabhängiger Vermittler, kein Versicherer: Wir vergleichen Tarife, beraten Sie persönlich und vermitteln den Vertrag über ein Beratungsgespräch. Der nächste Schritt ist einfach: Berechnen Sie Ihren Beitrag und sehen Sie, was Ihr Schutz kostet.
Häufig gestellte Fragen
- Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung durchschnittlich pro Monat?
Für Angestellte mit überwiegend Bürotätigkeit liegen die Kosten meist zwischen 30 und 100 Euro pro Monat, junge Akademiker bekommen 1.000 Euro BU-Rente teils schon ab rund 25 bis 30 Euro im Monat. Handwerker in der höchsten Risikogruppe zahlen für dieselbe Rente zwischen 100 und 220 Euro im Monat. Einen Einheitspreis gibt es nicht, weil jeder Vertrag ein individuelles Risikoprofil ist.
- Warum ist eine BU für Handwerker so teuer?
Versicherer stufen Dachdecker, Gerüstbauer, Heizungsinstallateure oder Tischler in die höchste Risikogruppe ein, weil körperliche Arbeit die Ausfallwahrscheinlichkeit erhöht. Ein Dachdecker Mitte zwanzig zahlt für 1.000 Euro BU-Rente je nach Anbieter zwischen 100 und 220 Euro im Monat. Wichtig: Psychische Erkrankungen sind mit 35,75 Prozent die häufigste BU-Ursache und treffen jeden Beruf, nicht nur körperlich Tätige.
- Wie hoch sollte die BU-Rente sein?
Als Richtwert gelten 70 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens, denn im Ernstfall laufen Miete, Lebenshaltung und Altersvorsorge weiter. Im Schnitt sind Versicherte aber nur mit rund 400 Euro monatlicher BU-Rente abgesichert, was die Verbraucherzentrale als unzureichend einstuft. Wer zu knapp versichert, riskiert im Leistungsfall eine große Einkommenslücke.
- Lohnt sich der Abschluss schon in jungen Jahren?
Ja. Neuversicherte schlossen im Jahr 2024 laut GDV im Schnitt mit knapp unter 29 Jahren ab. Junge, gesunde Antragsteller zahlen dauerhaft weniger, und die einmal eingestufte Berufsgruppe bleibt erhalten, auch wenn später ein körperlich anstrengender Beruf ausgeübt wird. Über Nachversicherungsgarantien lässt sich die Rente bei Anlässen wie Gehaltssprung oder Hausbau ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen.
- Was ist der Unterschied zwischen Zahlbeitrag und Tarifbeitrag?
Der Zahlbeitrag (Netto) entsteht, weil erwirtschaftete Überschüsse auf den Tarifbeitrag (Brutto) angerechnet werden. Schrumpfen die Überschüsse, kann der tatsächlich zu zahlende Beitrag bis zum Bruttobeitrag steigen. Beim Vergleich sollte man deshalb immer den Bruttobeitrag im Blick behalten, weil er die Belastungsgrenze markiert.
- Bekomme ich eine BU auch mit Vorerkrankungen?
Häufig ja. Im Jahr 2023 erhoben die Versicherer nur in 3 Prozent der Anträge einen Risikozuschlag, in 10 Prozent wurde ein Leistungsausschluss vereinbart, etwa bei einer chronischen Vorerkrankung. Alle übrigen Risiken bleiben in solchen Verträgen abgesichert. Bei bedenklichen Diagnosen lohnt eine anonyme Risikovoranfrage, bei der Versicherer ihre Konditionen prüfen, ohne dass die Angaben dauerhaft gespeichert werden.
- Bis wann sollte die BU-Versicherung laufen?
Idealerweise bis zum 67. Lebensjahr, dem aktuellen gesetzlichen Renteneintrittsalter. Das BU-Risiko steigt mit dem Alter, und eine nachträgliche Verlängerung ist nur mit einer neuen Gesundheits- und Risikoprüfung möglich. Wer den Vertrag früher enden lässt, verliert den Schutz genau in den Jahren, in denen das Risiko am höchsten ist.
Quellen
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