berufsunfähigkeit für selbstständige

Berufsunfähigkeit für Selbstständige: Finanzielle Existenz sichern und Risiken minimieren

16.04.2025

7

Minuten

Katrin Straub

Geschäftsführerin bei nextsure

Jeder vierte Erwerbstätige in Deutschland wird berufsunfähig, doch viele Selbstständige unterschätzen dieses existenzielle Risiko. [3,4] Erfahren Sie, wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige Ihre finanzielle Zukunft schützen kann und worauf Sie achten müssen.

Das Thema kurz und kompakt

Für Selbstständige ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung existenziell, da meist kein Anspruch auf staatliche Erwerbsminderungsrente besteht und diese oft nicht ausreicht. [4,6]

Achten Sie als Selbstständiger besonders auf faire Umorganisationsklauseln und den Verzicht auf abstrakte Verweisung im BU-Vertrag. [1,5]

Die BU-Rente sollte etwa 70-75 Prozent Ihres Nettoeinkommens abdecken; schließen Sie die Versicherung frühzeitig ab, um Kosten zu sparen. [1,4]

Risiko Berufsunfähigkeit: Die unterschätzte Gefahr für Selbstständige

Viele Selbstständige wiegen sich in falscher Sicherheit, was das Risiko einer Berufsunfähigkeit angeht. Statistiken zeigen, dass etwa jeder vierte Erwerbstätige im Laufe seines Arbeitslebens berufsunfähig wird. [3,4] Für Selbstständige sind die finanziellen Folgen oft gravierender als für Angestellte. Sie haben in der Regel keinen Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente oder nur in sehr geringem Umfang. [4,6] Ohne private Vorsorge droht bei Berufsunfähigkeit schnell der finanzielle Ruin und der Verlust des aufgebauten Lebensstandards. Eine passende BU-Versicherung ist daher essenziell. Die häufigsten Ursachen sind mit über 30 Prozent psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen. [4] Dies verdeutlicht, dass nicht nur körperlich anstrengende Berufe betroffen sind.

Die Absicherung der eigenen Arbeitskraft sollte daher für jeden Selbstständigen oberste Priorität haben. Bereits ein Ausfall von wenigen Monaten kann ohne entsprechende Rücklagen oder eine Versicherung zu erheblichen finanziellen Engpässen führen. Bedenken Sie, dass laufende Kosten wie Miete, Krankenversicherung und private Ausgaben auch im Krankheitsfall weiterlaufen. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema Berufsunfähigkeit für Selbstständige ist daher unerlässlich. Der nächste Abschnitt beleuchtet die spezifischen Vorteile einer solchen Absicherung.

Vorteile maximieren: Warum eine BU-Versicherung für Selbstständige unverzichtbar ist

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bietet Selbstständigen entscheidende Vorteile für ihre finanzielle Stabilität. Der wichtigste Aspekt ist die Zahlung einer monatlichen Rente, wenn der Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausgeübt werden kann. [2,3] Diese Rente hilft, den Lebensunterhalt zu sichern und laufende Kosten zu decken. [2] Anders als die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, die oft nur greift, wenn gar keine Tätigkeit mehr ausgeübt werden kann, sichert die private BU den zuletzt ausgeübten Beruf ab. [6] Für Selbstständige, die oft nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, ist dies ein fundamentaler Schutz. [4] Ein weiterer Vorteil ist die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge als sonstige Vorsorgeaufwendungen, bis zu einem Höchstbetrag von 2.800 Euro jährlich für Selbstständige. [1] Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind somit gut investiertes Geld. Die Flexibilität vieler Tarife erlaubt zudem Anpassungen an veränderte Lebensumstände, beispielsweise durch Nachversicherungsgarantien ohne erneute Gesundheitsprüfung. [5] So bleibt der Schutz auch bei steigendem Einkommen oder Familiengründung adäquat. Die genauen Vertragsbedingungen sind entscheidend, wie im Folgenden erläutert wird.

Vertragsdetails verstehen: Wichtige Klauseln für Selbstständige optimieren

Für Selbstständige sind bestimmte Klauseln im BU-Vertrag von besonderer Bedeutung, um im Leistungsfall optimal geschützt zu sein. Eine zentrale Rolle spielt die Umorganisationsklausel. [1,5] Diese regelt, ob und unter welchen Bedingungen der Versicherer verlangen kann, dass Sie Ihren Betrieb umorganisieren, um weiterarbeiten zu können. Gute Tarife verzichten auf eine Umorganisationsprüfung, wenn dies wirtschaftlich unzumutbar ist oder der Gewinn um mehr als 20 Prozent sinken würde. [5] Achten Sie darauf, dass die Umorganisation nur verlangt werden kann, wenn Sie weniger als fünf Mitarbeiter beschäftigen oder eine akademische Ausbildung haben und zu über 90 Prozent administrative Tätigkeiten ausüben. [1,4] Ebenso wichtig ist der Verzicht auf die abstrakte Verweisung. [5] Damit wird verhindert, dass der Versicherer Sie auf einen anderen, theoretisch möglichen Beruf verweisen kann, den Sie gesundheitlich noch ausüben könnten. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige sollte immer diesen Verzicht beinhalten. Weitere wichtige Aspekte sind:

  • Prognosezeitraum: Leistungen sollten bereits bei einer ärztlich prognostizierten Berufsunfähigkeit von sechs Monaten erbracht werden. [2]

  • Rückwirkende Leistung: Die Versicherung sollte auch leisten, wenn die Berufsunfähigkeit erst verspätet gemeldet wird, rückwirkend ab Eintritt. [1]

  • Nachversicherungsgarantie: Diese ermöglicht die Erhöhung der Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung bei bestimmten Ereignissen (z.B. Heirat, Einkommenserhöhung). [3,5]

  • Beitragsdynamik: Sie sorgt für einen Inflationsausgleich der Rente, indem Beiträge und Leistungen jährlich um einen vereinbarten Prozentsatz steigen. [5]

Unser Experten-Tipp: Prüfen Sie die Bedingungen zur Umorganisation sehr genau, da diese Klausel oft zu Streitigkeiten führen kann. Eine klare und für Sie vorteilhafte Regelung ist hier Gold wert. Die richtige Rentenhöhe ist ein weiterer entscheidender Faktor.

Bedarfsgerechte Absicherung: Die richtige BU-Rentenhöhe für Selbstständige kalkulieren

Die Festlegung der korrekten Höhe der Berufsunfähigkeitsrente ist ein entscheidender Schritt für Selbstständige. Als Faustregel gilt, dass die BU-Rente etwa 70 bis 75 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens abdecken sollte, um den Lebensstandard halten zu können. [1,5] Eine zu niedrig angesetzte Rente kann im Ernstfall trotz Versicherung zu finanziellen Engpässen führen. Berücksichtigen Sie bei der Kalkulation alle laufenden Kosten, sowohl private als auch geschäftliche, die im Falle einer Berufsunfähigkeit weiterlaufen. Dazu gehören Miete oder Immobilienfinanzierung, Krankenversicherungsbeiträge, Altersvorsorgebeiträge und Lebenshaltungskosten. Denken Sie auch an mögliche zusätzliche Kosten durch die Berufsunfähigkeit, wie medizinische Behandlungen oder Umbauten. Eine frühzeitige Planung der BU-Rente ist wichtig. Es ist ratsam, die Rentenhöhe nicht unter 1.500 Euro anzusetzen, da sonst im Leistungsfall eine Verrechnung mit staatlichen Grundsicherungsleistungen drohen kann. [1] Unser Experten-Tipp: Kalkulieren Sie großzügig und nutzen Sie Nachversicherungsgarantien, um die Rente später an ein gestiegenes Einkommen anzupassen, ohne erneute Gesundheitsprüfung. [3] Die Kosten der Versicherung hängen von verschiedenen Faktoren ab, die wir nun betrachten.

Kostenfaktoren im Blick: Beiträge zur BU für Selbstständige beeinflussen

Die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige werden von mehreren Faktoren bestimmt. Ihr Beruf und die damit verbundene Risikogruppe spielen eine wesentliche Rolle; risikoreichere Tätigkeiten führen zu höheren Beiträgen. [1,1] Auch Ihr Eintrittsalter ist entscheidend: Je jünger und gesünder Sie bei Vertragsabschluss sind, desto günstiger sind in der Regel die Tarife. [1,3] Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder sogar zur Ablehnung des Antrags führen, daher ist eine ehrliche und vollständige Beantwortung der Gesundheitsfragen unerlässlich. [1,1] Die Höhe der versicherten Berufsunfähigkeitsrente beeinflusst den Beitrag direkt – eine höhere Rente bedeutet höhere Kosten. [1] Die vereinbarte Vertragslaufzeit, idealerweise bis zum 67. Lebensjahr, um Versorgungslücken zu vermeiden, wirkt sich ebenfalls auf die Prämie aus. [1,1] Weitere Faktoren sind der Raucherstatus und gefährliche Hobbys. [2,4] Es ist wichtig, nicht nur auf den Preis zu achten, sondern vor allem auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Qualität der Versicherungsbedingungen. Eine günstige BU kann im Leistungsfall teuer werden, wenn wichtige Klauseln fehlen oder ungünstig formuliert sind. Wägen Sie daher sorgfältig ab, welche Leistungen für Ihre individuelle Situation als Selbstständiger unverzichtbar sind. Manchmal gibt es auch Alternativen zu prüfen.

Alternativen und Ergänzungen: Weitere Absicherungsmöglichkeiten für Selbstständige prüfen

Obwohl die Berufsunfähigkeitsversicherung als umfassendster Schutz gilt, gibt es Situationen, in denen Selbstständige nach Alternativen oder Ergänzungen suchen. Dies kann der Fall sein, wenn eine BU aufgrund von Vorerkrankungen oder eines sehr risikoreichen Berufs nicht oder nur zu sehr hohen Kosten erhältlich ist. [1,3] Eine mögliche Alternative ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Sie leistet, wenn Sie gar keiner Tätigkeit mehr als drei Stunden täglich nachgehen können, ist aber oft günstiger. [1,4] Die Grundfähigkeitsversicherung sichert den Verlust bestimmter grundlegender körperlicher oder geistiger Fähigkeiten ab, wie Sehen, Sprechen oder den Gebrauch der Hände. [2,2] Sie kann eine Option sein, besonders für körperlich tätige Selbstständige, wenn eine BU nicht möglich ist. [2] Eine weitere Option ist die Dread-Disease-Versicherung (Schwere-Krankheiten-Vorsorge), die bei Diagnose bestimmter schwerer Krankheiten eine Einmalzahlung leistet. [4,5] Für kurzfristige Arbeitsunfähigkeit ist eine Krankentagegeldversicherung unerlässlich, da die BU in der Regel erst nach sechs Monaten leistet. [2,3] Eine Unfallversicherung bietet finanziellen Schutz bei Invalidität durch einen Unfall, deckt aber keine Krankheiten ab. [2,1] Sie kann jedoch eine sinnvolle Ergänzung sein, besonders wenn keine gesetzliche Unfallversicherung besteht. [1] Unser Experten-Tipp: Prüfen Sie genau, welche Risiken die jeweilige Alternative abdeckt und ob diese Ihren individuellen Bedürfnissen als Selbstständiger entspricht. Oft ist eine Kombination verschiedener Versicherungen sinnvoll, um einen möglichst lückenlosen Schutz zu erreichen. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind ebenfalls zu beachten.

Rechtliche Rahmenbedingungen und steuerliche Aspekte für Selbstständige verstehen

Selbstständige unterliegen spezifischen rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen bezüglich der Berufsunfähigkeitsversicherung. Ein wichtiger Punkt ist, dass die meisten Selbstständigen nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und somit keinen oder nur einen sehr geringen Anspruch auf die staatliche Erwerbsminderungsrente haben. [4,6] Diese würde ohnehin nur leisten, wenn man weniger als drei Stunden täglich irgendeiner Tätigkeit nachgehen kann. [5] Die private Berufsunfähigkeitsversicherung schließt diese Lücke. Die Beiträge zur selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) können als sonstige Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend gemacht werden. [1,1] Der Höchstbetrag für Selbstständige liegt hier bei 2.800 Euro pro Jahr. [1,1] Im Leistungsfall muss die ausgezahlte BU-Rente versteuert werden, allerdings nur mit dem sogenannten Ertragsanteil. [2] Die Höhe des Ertragsanteils hängt vom Alter bei Rentenbeginn und der Laufzeit der Rente ab; beispielsweise beträgt er bei einer Restlaufzeit von 17 Jahren 18 Prozent der Jahresrente. [2] Es ist ratsam, sich hierzu steuerlich beraten zu lassen. Eine Kenntnis der Unterschiede zur Erwerbsunfähigkeitsrente ist für Selbstständige wichtig. Achten Sie auf die genaue Definition der Berufsunfähigkeit im Vertrag: In der Regel liegt sie vor, wenn der zuletzt ausgeübte Beruf zu mindestens 50 Prozent für voraussichtlich mindestens sechs Monate nicht mehr ausgeübt werden kann. [2,1] Die sorgfältige Auswahl des Anbieters und Tarifs ist entscheidend.

Experten-Tipps: Die optimale BU-Versicherung für Selbstständige finden und Fallstricke vermeiden


Handlungsempfehlung: Ihre nächsten Schritte zur Absicherung der Berufsunfähigkeit


FAQ

Bin ich als Selbstständiger nicht über die gesetzliche Rentenversicherung abgesichert?

Die meisten Selbstständigen zahlen nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein und haben daher keinen oder nur einen sehr geringen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. [4,6] Diese leistet zudem nur, wenn Sie gar keiner Arbeit mehr nachgehen können. [5]

Was passiert, wenn ich als Selbstständiger berufsunfähig werde und keine BU habe?

Ohne BU-Versicherung müssen Sie von Ihren Ersparnissen leben oder staatliche Grundsicherung (Bürgergeld) beantragen, was oft mit erheblichen finanziellen Einschnitten verbunden ist. [3,2]

Zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung auch bei psychischen Erkrankungen?

Ja, psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout sind mittlerweile die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit und in der Regel mitversichert. [4,2] Achten Sie darauf, dass dies im Vertrag nicht ausgeschlossen ist.

Kann ich die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung von der Steuer absetzen?

Ja, Selbstständige können die Beiträge zur BU-Versicherung als sonstige Vorsorgeaufwendungen bis zu einem Höchstbetrag von 2.800 Euro jährlich steuerlich geltend machen. [1,1]

Was ist der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können. [2] Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt in der Regel nur, wenn Sie gar keiner Tätigkeit mehr als drei Stunden täglich nachgehen können. [4,2]

Sollte ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, auch wenn ich noch jung und gesund bin?

Ja, unbedingt. Je jünger und gesünder Sie sind, desto günstiger sind die Beiträge und desto einfacher ist die Gesundheitsprüfung. [1,4] Das Risiko einer Berufsunfähigkeit besteht in jedem Alter. [4]

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