Welche Leistungen kürzt die gesetzliche Krankenkasse

Symbolbild für Leistungskürzungen der gesetzlichen Krankenkasse und private Zusatzversicherungen

Welche Leistungen kürzt die gesetzliche Krankenkasse? Lücken und private Lösungen

03.06.26

12

Minuten

Katrin Straub
Katrin Straub

Katrin Straub ist CEO von nextsure und verantwortet die digitale Versicherungsplattform.

Die gesetzliche Krankenkasse kürzt zunehmend freiwillige Satzungsleistungen wie professionelle Zahnreinigung, Reiseimpfungen und alternative Heilmethoden. Gleichzeitig steigen die finanziellen Belastungen für Versicherte durch höhere Zusatzbeiträge und gesetzliche Zuzahlungen bei Medikamenten oder Krankenhausaufenthalten. Das hat Folgen. Um diese wachsende Versorgungslücke zu schließen, greifen immer mehr Patienten auf private Zusatzpolicen zurück. Diese Bausteine sichern ein Behandlungsniveau ab, das die Regelversorgung der Kassen deutlich übersteigt.

Das Thema kurz und kompakt

Der GKV-Zusatzbeitrag steigt 2026 auf einen historischen Höchststand von durchschnittlich 2,9 Prozent.

Freiwillige Satzungsleistungen wie Homöopathie und Reiseimpfungen werden von vielen Kassen massiv gekürzt oder komplett gestrichen.

Zahnersatz und Kieferorthopädie bilden die größten finanziellen Risiken für gesetzlich Versicherte.

Die finanzielle Schieflage der GKV und steigende Zusatzbeiträge

Historischer Anstieg der Beitragssätze

Die Schieflage der gesetzlichen Krankenkasse erfordert regulatorische Eingriffe mit direkten finanziellen Konsequenzen für Versicherte. Der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung liegt bei 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens, doch das reicht längst nicht mehr aus, um die steigenden Gesundheitsausgaben zu decken. Der offizielle durchschnittliche Zusatzbeitrag für das Jahr 2026 wurde auf 2,9 Prozent festgelegt [1]. Dies bedeutet für Millionen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern eine spürbare Mehrbelastung. Die Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung steigt im Jahr 2026 auf 5.812,50 Euro brutto im Monat, was Gutverdiener zusätzlich zur Kasse bittet. Diese finanzielle Entwicklung zeigt deutlich, dass das Solidarsystem an seine Grenzen stößt und die Versicherten immer mehr Eigenverantwortung übernehmen müssen.

Warum die Kosten im Gesundheitssystem explodieren

Die Ursachen für die massiven Kostensteigerungen sind vielschichtig und struktureller Natur. Eine alternde Gesellschaft benötigt naturgemäß mehr medizinische Versorgung, während gleichzeitig der medizinisch-technische Fortschritt immer teurere Behandlungsmethoden und Medikamente hervorbringt. Die gesetzliche Krankenkasse muss diese Innovationen finanzieren, was das Budget enorm belastet. Hinzu kommen gestiegene Personalkosten in Kliniken und Pflegeeinrichtungen sowie allgemeine inflationäre Tendenzen im Gesundheitssektor. Zur Stabilisierung der Budgets reagieren die Kassen primär mit Beitragserhöhungen oder Leistungskürzungen. Für den einzelnen Patienten bedeutet dies, dass er trotz höherer Beiträge nicht zwingend eine bessere oder umfassendere medizinische Versorgung erhält. Im Gegenteil, die Schere zwischen dem medizinisch Machbaren und dem von der Kasse Bezahlten öffnet sich immer weiter.

Auswirkungen auf den einzelnen Versicherten

Für den durchschnittlichen Kassenpatienten summieren sich die finanziellen Belastungen erheblich. Neben den direkten Abzügen vom Bruttolohn steigen auch die versteckten Kosten durch Zuzahlungen bei Medikamenten, Heilmitteln und Krankenhausaufenthalten. Wer heute ernsthaft erkrankt, muss damit rechnen, einen nicht unerheblichen Teil der Behandlungskosten aus eigener Tasche zu finanzieren. Dies betrifft insbesondere Leistungen, die über das absolute Minimum hinausgehen. Die gesetzliche Krankenversicherung wird von vielen Versicherten zunehmend als lückenhafte Grundabsicherung wahrgenommen [5]. Um sich vor diesen finanziellen Risiken zu schützen, ist eine vorausschauende Planung unerlässlich. Wer sich ausschließlich auf die gesetzliche Versorgung verlässt, akzeptiert im Ernstfall Abstriche bei der Behandlungsqualität oder hohe Eigenanteile.

Entwicklung der GKV-Beiträge und Bemessungsgrenzen

Kennzahl

Wert 2026

Auswirkung auf Versicherte

Allgemeiner Beitragssatz

14,6 %

Konstante Grundbelastung

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag

2,9 %

Spürbare Erhöhung der Abzüge

Beitragsbemessungsgrenze

5.812,50 Euro

Höhere Maximalbeiträge für Gutverdiener

Werte basieren auf offiziellen Festlegungen für das Jahr 2026.

Kürzungen bei freiwilligen Satzungsleistungen

Was sind Satzungsleistungen der Krankenkassen?

Die Kürzungen betreffen vor allem den Bereich der freiwilligen Satzungsleistungen, mit denen sich Krankenkassen bisher im Wettbewerb voneinander abheben konnten. Diese Leistungen gehen über den gesetzlich vorgeschriebenen Katalog hinaus und umfassen beispielsweise Zuschüsse zur professionellen Zahnreinigung, erweiterte Vorsorgeuntersuchungen oder die Kostenübernahme für alternative Heilmethoden. Es gibt Vorschläge, freiwillige Zusatzleistungen der Krankenkassen wie erweiterte Vorsorgeuntersuchungen oder Impfangebote abzuschaffen [2]. Der Druck steigt. Angesichts der angespannten Finanzlage sehen sich viele Kassen gezwungen, genau diese freiwilligen Angebote drastisch zu reduzieren oder komplett aus ihrem Portfolio zu streichen. Für Versicherte, die diese Leistungen regelmäßig in Anspruch genommen haben, bedeutet dies einen direkten finanziellen Verlust und eine Verschlechterung ihrer medizinischen Versorgung.

Homöopathie und alternative Heilmethoden im Fokus

Ein umstrittenes Thema bei den Leistungskürzungen sind Homöopathie und anderen alternativen Heilmethoden. Viele Kassen haben in der Vergangenheit die Kosten für homöopathische Behandlungen und Medikamente im Rahmen ihrer Satzungsleistungen übernommen, um bestimmte Zielgruppen anzusprechen. Aufgrund des fehlenden wissenschaftlichen Nachweises der Wirksamkeit und des enormen Kostendrucks stehen diese Leistungen nun ganz oben auf der Streichliste. Immer mehr Kassen kündigen entsprechende Verträge und verweisen ihre Versicherten auf die Eigenfinanzierung. Wer weiterhin Wert auf alternative Heilmethoden legt, muss diese künftig komplett selbst bezahlen oder sich über eine ambulante Zusatzversicherung absichern. Diese Entwicklung zeigt, dass die Kassen sich zunehmend auf die reine Schulmedizin und evidenzbasierte Behandlungen konzentrieren müssen.

Reiseimpfungen und Präventionskurse

Auch bei Prävention und Reisevorbereitung reduzieren die Kassen ihre Budgets. Die Kostenübernahme für Reiseimpfungen, die für exotische Urlaubsziele empfohlen werden, war lange Zeit ein beliebtes Extra vieler Krankenkassen. Heute müssen Versicherte diese teuren Impfstoffe oft selbst bezahlen, da sie nicht zum gesetzlichen Pflichtkatalog gehören. Ähnlich verhält es sich mit Zuschüssen für Gesundheitskurse wie Yoga, Rückenschule oder Ernährungsberatung. Zwar gibt es hier noch gesetzliche Vorgaben zur Präventionsförderung, doch die Budgets der Kassen werden knapper und die Hürden für eine Kostenübernahme höher. Wer seinen Körper proaktiv gesund halten möchte, trägt diese Kosten zunehmend selbst oder weicht auf private Zusatzpolicen aus.

Häufig gekürzte Satzungsleistungen

  • Zuschüsse zur professionellen Zahnreinigung (PZR)

  • Kostenübernahme für homöopathische Behandlungen

  • Erstattung von Reiseimpfungen für private Urlaube

  • Erweiterte Vorsorgeuntersuchungen (z.B. Hautkrebs-Screening unter 35)

  • Zuschüsse für Osteopathie und alternative Heilmethoden

Diese Leistungen stehen bei vielen Kassen auf der Streichliste.

Zahnersatz und Kieferorthopädie als Kostenfalle

Die Lücken beim Zahnersatz

Der Zahnersatz stellt für gesetzlich Versicherte traditionell eines der größten finanziellen Risiken dar. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt bei Kronen, Brücken oder Prothesen lediglich einen befundbezogenen Festzuschuss. Dieser Zuschuss deckt in der Regel nur etwa 60 Prozent der Kosten für die einfachste, medizinisch notwendige Ausführung, die sogenannte Regelversorgung. Wer sich für hochwertigere Materialien wie Keramik oder für Implantate entscheidet, muss die Mehrkosten komplett selbst tragen. Das wird teuer. Diese Eigenanteile können schnell in die Tausende Euro gehen und stellen für viele Patienten eine enorme finanzielle Belastung dar. Selbst mit einem lückenlos geführten Bonusheft steigt der Festzuschuss nur marginal an, sodass die Versorgungslücke beim Zahnersatz weiterhin gravierend bleibt und private Vorsorge unerlässlich macht.

Kieferorthopädie bei Kindern und Erwachsenen

Besonders dramatisch stellt sich die Situation bei kieferorthopädischen Behandlungen dar. Bei Erwachsenen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für eine Zahnspange nur in absoluten Ausnahmefällen, etwa bei schweren Kieferanomalien, die chirurgisch behandelt werden müssen. In allen anderen Fällen müssen Erwachsene die Behandlung komplett selbst finanzieren. Bei Kindern und Jugendlichen zahlt die Kasse zwar bei ausgeprägten Fehlstellungen (KIG-Stufen 3 bis 5), jedoch auch hier nur für die einfachste Ausführung. Moderne, unauffälligere oder schonendere Behandlungsmethoden wie Mini-Brackets, unsichtbare Schienen (Aligner) oder spezielle Retainer müssen von den Eltern aus eigener Tasche bezahlt werden. Diese Zusatzkosten können sich im Laufe einer mehrjährigen Behandlung auf mehrere Tausend Euro summieren.

Professionelle Zahnreinigung und Prophylaxe

Die professionelle Zahnreinigung (PZR) ist ein wichtiger Baustein der zahnmedizinischen Prophylaxe, wird jedoch von der gesetzlichen Krankenkasse nicht als Standardleistung übernommen. Zwar bieten einige Kassen im Rahmen ihrer Satzungsleistungen noch Zuschüsse an, doch diese fallen oft gering aus oder sind an bestimmte Bedingungen geknüpft. Angesichts der allgemeinen Sparmaßnahmen streichen immer mehr Kassen diese Zuschüsse komplett. Patienten, die Wert auf gesunde Zähne und ein gepflegtes Gebiss legen, müssen die Kosten für die PZR, die in der Regel zwischen 80 und 150 Euro pro Sitzung liegen, ein- bis zweimal jährlich selbst tragen. Eine private Zahnzusatzversicherung kann hier Abhilfe schaffen und nicht nur die Kosten für Zahnersatz, sondern auch für regelmäßige Prophylaxe-Maßnahmen abdecken.

Stationäre Versorgung und die Krankenhauszusatzversicherung

Die Realität im Krankenhaus

Die stationäre GKV-Versorgung deckt lediglich eine ausreichende und zweckmäßige Behandlung im Mehrbettzimmer durch den diensthabenden Stationsarzt. Wer im Krankenhaus Wert auf Privatsphäre, Ruhe und die Behandlung durch einen ausgewiesenen Spezialisten legt, wird als reiner Kassenpatient oft enttäuscht. Die Kliniken stehen unter enormem wirtschaftlichem Druck, was sich in knappen Personalressourcen und standardisierten Abläufen niederschlägt. Zudem müssen gesetzlich Versicherte für jeden Tag im Krankenhaus eine gesetzliche Zuzahlung von 10 Euro leisten (für maximal 28 Tage im Jahr). Um diese Einschränkungen zu umgehen und sich im Ernstfall die bestmögliche medizinische Betreuung zu sichern, ist eine Krankenhauszusatzversicherung für viele Patienten ein unverzichtbarer Baustein ihrer Gesundheitsvorsorge. Wir unterstützen Sie hier durch unsere individuelle Beratung.

Vorteile der Chefarztbehandlung

Ein zentraler Bestandteil vieler privater Zusatzpolicen für den stationären Bereich ist die Wahlleistung der Chefarztbehandlung. Dies bedeutet nicht zwingend, dass der Chefarzt persönlich operiert, sondern dass der Patient das Recht hat, sich von einem ausgewiesenen Spezialisten seiner Wahl behandeln zu lassen. Gerade bei komplizierten Eingriffen oder schweren Erkrankungen kann die Erfahrung und Expertise des behandelnden Arztes entscheidend für den Heilungserfolg sein. Das macht den Unterschied. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt diese Kosten nicht, sodass Kassenpatienten ohne Zusatzschutz mit dem Arzt vorliebnehmen müssen, der gerade Dienst hat. Eine private Zusatzversicherung schließt die Versorgungslücke der GKV und bietet Kassenpatienten Zugang zu Leistungen auf Privatpatienten-Niveau [3].

Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer

Neben der medizinischen Betreuung spielt auch die Unterbringung eine wichtige Rolle für die Genesung. Ein Mehrbettzimmer mit ständig wechselnden Mitpatienten, unruhigen Nächten und wenig Privatsphäre kann den Heilungsprozess erheblich stören. Ruhe ist hier entscheidend. Eine Krankenhauszusatzversicherung ermöglicht die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer, was nicht nur mehr Ruhe, sondern oft auch eine bessere Ausstattung und zusätzlichen Komfort bedeutet. Zusatzversicherungen decken unter anderem hochwertige Zahnimplantate, Rücktransporte bei Unfällen im Ausland oder Einzelzimmer im Krankenhaus ab [4]. Wer sich in einer ohnehin belastenden Situation im Krankenhaus bestmöglich erholen möchte, sollte auf diesen Komfort nicht verzichten und rechtzeitig über einen entsprechenden privaten Zusatzschutz nachdenken.

Ambulante Lücken und private Zusatzversicherung

Sehhilfen und Brillen

Im ambulanten Bereich hat die gesetzliche Krankenkasse die Leistungen in den vergangenen Jahren massiv zusammengestrichen. Ein prominentes Beispiel sind Sehhilfen. Für Erwachsene übernimmt die Kasse die Kosten für Brillen oder Kontaktlinsen nur noch in extremen Ausnahmefällen, etwa bei schwerer Sehbehinderung. Der normale Brillenträger muss die Kosten für Gestell und Gläser komplett selbst tragen. Da moderne Gleitsichtbrillen oder speziell angefertigte Gläser schnell mehrere Hundert Euro kosten können, entsteht hier eine erhebliche finanzielle Belastung. Eine private Zusatzversicherung kann diese Lücke schließen und regelmäßige Zuschüsse für neue Sehhilfen gewähren, sodass Versicherte nicht aus Kostengründen auf eine optimale Sehkraft verzichten müssen.

Heilpraktiker und Naturheilverfahren

Wie bereits erwähnt, ziehen sich die gesetzlichen Kassen zunehmend aus der Finanzierung alternativer Heilmethoden zurück. Wer auf die Expertise von Heilpraktikern vertraut oder Behandlungen wie Akupunktur, Osteopathie oder traditionelle chinesische Medizin in Anspruch nehmen möchte, steht oft vor verschlossenen Türen der GKV. Diese Behandlungen müssen in der Regel privat liquidiert werden. Eine leistungsstarke ambulante Zusatzversicherung übernimmt einen Großteil dieser Kosten und ermöglicht es den Versicherten, das gesamte Spektrum der modernen und alternativen Medizin zu nutzen, ohne dabei das eigene Budget zu sprengen. Dies ist besonders für chronisch Kranke oder Schmerzpatienten relevant, die mit schulmedizinischen Methoden allein oft keine ausreichende Linderung erfahren.

Vorsorgeuntersuchungen und Zuzahlungen

Auch bei Vorsorgeuntersuchungen zeigt sich die gesetzliche Krankenkasse oft knausrig. Viele sinnvolle Check-ups, wie etwa der Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung oder das Glaukom-Screening beim Augenarzt, gelten als individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) und müssen vom Patienten selbst bezahlt werden. Zudem summieren sich die gesetzlichen Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente, Heilmittel (wie Physiotherapie) und Hilfsmittel im Laufe eines Jahres zu beträchtlichen Summen. Laut der Continentale-Studie besitzen mittlerweile rund 39 Prozent der gesetzlich Versicherten ab 25 Jahren eine oder mehrere private Krankenzusatzversicherungen [5]. Diese Policen helfen, die Eigenbeteiligungen zu minimieren und den Zugang zu wichtigen präventiven Maßnahmen zu sichern.

Gesundheits-Extras gezielt absichern

Individueller Bedarf entscheidet

Die Entscheidung für oder gegen bestimmte Gesundheits-Extras hängt stark von der individuellen Lebenssituation und dem persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab. Nicht jeder benötigt eine Chefarztbehandlung, aber für viele ist eine gute Zahnzusatzversicherung unverzichtbar. Es ist wichtig, den eigenen Bedarf genau zu analysieren und die Lücken der gesetzlichen Krankenkasse gezielt zu schließen. Das ist entscheidend. Wer beispielsweise viel reist, sollte unbedingt an eine Auslandskrankenversicherung denken, da die GKV außerhalb Europas in der Regel gar nicht und innerhalb Europas oft nur unzureichend leistet. Durch die gezielte Auswahl von Gesundheits-Extras lässt sich ein maßgeschneiderter Schutz aufbauen, der genau dort greift, wo die gesetzliche Versorgung endet.

Kombipakete vs. Einzelbausteine

Auf dem Markt für private Zusatzversicherungen gibt es eine Vielzahl von Tarifen, die entweder als umfassende Kombipakete oder als flexible Einzelbausteine angeboten werden. Kombipakete bündeln oft Leistungen für Zahnersatz, Sehhilfen, Heilpraktiker und Auslandsreisen in einem Vertrag. Dies kann praktisch sein, birgt aber die Gefahr, dass man für Leistungen bezahlt, die man eigentlich gar nicht benötigt. Einzelbausteine bieten hingegen die Möglichkeit, den Versicherungsschutz exakt an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. So kann man beispielsweise eine reine Zahnzusatzversicherung abschließen, wenn man in anderen Bereichen mit der gesetzlichen Versorgung zufrieden ist. Die richtige Wahl ist entscheidend. Ein sorgfältiger Vergleich der Tarife und Bedingungen ist unerlässlich, um das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden.

Gesundheitsfragen und Wartezeiten beachten

Beim Abschluss einer privaten Zusatzversicherung müssen in der Regel Gesundheitsfragen beantwortet werden. Die Versicherer prüfen das individuelle Risiko und können bei Vorerkrankungen Risikozuschläge erheben, bestimmte Leistungen ausschließen oder den Antrag sogar komplett ablehnen. Es ist daher ratsam, Zusatzversicherungen in jungen Jahren und bei guter Gesundheit abzuschließen. Zudem sehen viele Tarife anfängliche Wartezeiten von drei bis acht Monaten vor, in denen noch kein Leistungsanspruch besteht. Besondere Vorsicht ist bei laufenden oder angeratenen Behandlungen geboten, da diese von der Leistungspflicht meist ausgeschlossen sind. Eine ehrliche und vollständige Beantwortung der Gesundheitsfragen ist zwingend erforderlich, um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden.

Krankenhauszusatzversicherung optimieren und anpassen

Krankenhauszusatzversicherung optimieren und anpassen

Regelmäßige Überprüfung des Schutzes

Ein einmal abgeschlossener Versicherungsschutz sollte nicht als in Stein gemeißelt betrachtet werden. Die persönliche Lebenssituation, der Gesundheitszustand und auch die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse ändern sich im Laufe der Zeit. Daher ist es wichtig, den bestehenden Schutz regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Wer seine Krankenhauszusatzversicherung optimieren möchte, sollte prüfen, ob die vereinbarten Leistungen noch dem aktuellen Bedarf entsprechen. Vielleicht ist mittlerweile ein Upgrade auf ein Einbettzimmer gewünscht, oder der Tarif enthält veraltete Bedingungen, die bei neueren Angeboten kundenfreundlicher geregelt sind. Ein Tarifwechsel innerhalb der gleichen Gesellschaft ist oft ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich.

Altersrückstellungen und Beitragsstabilität

Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl und Optimierung einer Zusatzversicherung ist die Art der Beitragskalkulation. Tarife mit Altersrückstellungen sind in jungen Jahren zwar etwas teurer, halten die Beiträge im Alter jedoch stabil, da ein Teil der Prämie angespart wird, um die höheren Gesundheitskosten im Alter abzufedern. Tarife ohne Altersrückstellungen (oft als Schadenversicherungsart bezeichnet) sind anfangs sehr günstig, werden aber mit zunehmendem Alter automatisch teurer. Wer langfristig plant und Beitragssprünge im Rentenalter ausschließen will, sollte Tarife mit Altersrückstellungen bevorzugen. Frühzeitige Planung lohnt sich. Ein Wechsel von einem Tarif ohne in einen Tarif mit Altersrückstellungen ist oft sinnvoll, sollte aber rechtzeitig erfolgen.

Fazit: Eigenverantwortung wird immer wichtiger

Die Entwicklung der gesetzlichen Krankenkasse zeigt eindeutig in Richtung einer Basisversorgung, die durch steigende Beiträge und sinkende Leistungen gekennzeichnet ist. Die Lücke wächst. Der Hauptgrund für den Abschluss einer Zusatzpolice ist für 65 Prozent der Befragten die Abdeckung von medizinischen Leistungen, die von der GKV nicht oder nicht mehr bezahlt werden [5]. Wer im Krankheitsfall nicht auf hochwertige medizinische Versorgung, Komfort und alternative Behandlungsmethoden verzichten möchte, kommt an einer privaten Zusatzversicherung nicht vorbei. Die rechtzeitige Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen und den Angeboten des Marktes ist der Schlüssel zu einer umfassenden und bezahlbaren Gesundheitsvorsorge. nextsure analysiert die Vielzahl der Tarife und identifiziert exakt die Bausteine, die eine gesetzliche Versorgung optimal ergänzen.

FAQ

Welche Leistungen streicht oder kürzt die GKV?

Die gesetzliche Krankenkasse kürzt vor allem freiwillige Satzungsleistungen wie Zuschüsse zur professionellen Zahnreinigung, Reiseimpfungen und alternative Heilmethoden wie Homöopathie. Auch bei Sehhilfen und Zahnersatz müssen Versicherte hohe Eigenanteile tragen.

Warum steigen die GKV-Beiträge 2026?

Die Beiträge steigen aufgrund der explodierenden Kosten im Gesundheitssystem, verursacht durch eine alternde Gesellschaft, teure medizinische Innovationen und gestiegene Personalkosten. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag steigt 2026 auf 2,9 Prozent.

Wie schließe ich die Lücken der gesetzlichen Krankenkasse?

Die Lücken lassen sich am besten durch private Zusatzversicherungen schließen. Beliebte Bausteine sind Zahnzusatzversicherungen, Krankenhauszusatzversicherungen für Chefarztbehandlung und ambulante Tarife für Heilpraktiker und Sehhilfen.

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