finanzielle hilfe bei krebs

Finanzielle Hilfe bei Krebs: Ihr Wegweiser zu Unterstützung und Leistungen

21.05.2025

7

Minuten

Katrin Straub

Geschäftsführerin bei nextsure

Eine Krebserkrankung stellt Betroffene und Angehörige vor immense Herausforderungen, auch finanzieller Art. Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche finanziellen Hilfen bei Krebs Ihnen zustehen und wie Sie diese beantragen können. Erfahren Sie mehr über Ihre Rechte und Möglichkeiten.

Das Thema kurz und kompakt

Krebspatienten haben Anspruch auf vielfältige Sozialleistungen wie Krankengeld, Haushaltshilfe und Erwerbsminderungsrente, die beantragt werden müssen.

Ein Schwerbehindertenausweis (ab GdB 50) bietet Nachteilsausgleiche wie besonderen Kündigungsschutz und Steuererleichterungen.

Der Härtefonds der Deutschen Krebshilfe bietet einmalige finanzielle Unterstützung in Notlagen, die an Einkommensgrenzen gebunden ist.

Überblick gewinnen: Erste Schritte zur finanziellen Entlastung

Eine Krebserkrankung führt häufig zu Verdienstausfällen und zusätzlichen Kosten. Glücklicherweise gibt es in Deutschland ein System von Sozialleistungen, das finanzielle Hilfe bei Krebs ermöglicht. Die Krankenkassen übernehmen beispielsweise Kosten für Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmittel. Wichtig ist, sich frühzeitig über Ansprüche zu informieren, denn viele Leistungen müssen beantragt werden. Der Sozialdienst im Krankenhaus oder Krebsberatungsstellen sind erste Anlaufstellen für eine umfassende Beratung. Diese erste Orientierung hilft Ihnen, die nächsten Schritte zu planen.

Krankengeld und Lohnfortzahlung sichern: Ihr Einkommen während der Krankheit

Wenn Sie aufgrund Ihrer Krebserkrankung arbeitsunfähig werden, zahlt Ihr Arbeitgeber in der Regel bis zu sechs Wochen lang Ihren vollen Lohn weiter. Dieser Zeitraum beträgt maximal 42 Kalendertage. Danach springt die gesetzliche Krankenkasse mit dem Krankengeld ein. Das Krankengeld beträgt siebzig Prozent des regelmäßigen Bruttoentgelts, jedoch nicht mehr als neunzig Prozent des Nettoentgelts. Sie können Krankengeld für längstens 78 Wochen innerhalb einer Blockfrist von drei Jahren beziehen. Eine lückenlose Krankschreibung ist entscheidend, um den Anspruch auf Krankengeld nicht zu gefährden. Für privat Versicherte gelten die im jeweiligen Vertrag vereinbarten Krankentagegeld-Regelungen. Die Krebsversicherung kann hier eine wichtige zusätzliche Absicherung bieten. Diese Leistungen bilden eine wichtige Basis Ihrer finanziellen Hilfe bei Krebs und helfen, laufende Kosten zu decken.

Unterstützung im Alltag nutzen: Haushaltshilfe und Fahrtkosten

Krebspatienten haben oft Anspruch auf eine Haushaltshilfe, wenn sie ihren Haushalt krankheitsbedingt nicht weiterführen können. Dies gilt insbesondere, wenn Kinder unter zwölf Jahren im Haushalt leben; dann kann die Unterstützung bis zu 26 Wochen gewährt werden. Ohne Kinder im Haushalt besteht ein Anspruch von bis zu vier Wochen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen zudem in der Regel die Fahrtkosten zur Chemo- oder Strahlentherapie, müssen diese aber vorher genehmigen. Hierbei ist meist eine Zuzahlung von zehn Prozent, mindestens fünf Euro und höchstens zehn Euro pro Fahrt, zu leisten. Diese praktischen Hilfen entlasten Sie im Alltag erheblich. Informieren Sie sich auch über die Wartezeiten bei Krebsversicherungen, um optimal vorbereitet zu sein. Solche Unterstützungen sind ein wichtiger Bestandteil der finanziellen Hilfe bei Krebs.

Langfristige Absicherung prüfen: Erwerbsminderungsrente und Schwerbehinderung

Wenn Sie aufgrund der Krebserkrankung dauerhaft nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten können, kommt eine Erwerbsminderungsrente in Frage. Diese kann als Voll- oder Teilrente gewährt werden, abhängig von Ihrer verbleibenden Leistungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Ein Antrag auf Anerkennung einer Schwerbehinderung ist ebenfalls ein wichtiger Schritt. Ab einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 gelten Sie als schwerbehindert. Ein Schwerbehindertenausweis, meist für fünf Jahre ausgestellt, bringt verschiedene Nachteilsausgleiche. Dazu gehören unter anderem ein besonderer Kündigungsschutz, zusätzlicher Urlaub von fünf Tagen und Steuervorteile. Diese Regelungen bieten eine wichtige finanzielle Hilfe bei Krebs und gleichen Nachteile aus. Die beste Krebsversicherung kann hier ergänzend wirken.

Mögliche Nachteilsausgleiche durch einen Schwerbehindertenausweis umfassen:

  • Besonderer Kündigungsschutz am Arbeitsplatz

  • Anspruch auf fünf zusätzliche Urlaubstage pro Jahr

  • Möglichkeit eines früheren Rentenbeginns

  • Steuererleichterungen (Behindertenpauschbetrag)

  • Ermäßigungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln und Einrichtungen

  • Unter Umständen Befreiung von Rundfunkgebühren

Diese langfristigen Sicherungsmechanismen sind ein Pfeiler der finanziellen Hilfe bei Krebs.

Zuzahlungen und Härtefälle meistern: Belastungsgrenzen und finanzielle Notlagen

Gesetzlich Versicherte müssen bei vielen Leistungen Zuzahlungen leisten, beispielsweise zehn Prozent bei Arznei- und Verbandmitteln (mindestens fünf, höchstens zehn Euro). Es gibt jedoch eine jährliche Belastungsgrenze. Diese liegt bei zwei Prozent des Familien-Bruttoeinkommens, für chronisch Kranke bei einem Prozent. Sammeln Sie alle Zuzahlungsbelege, um eine mögliche Befreiung für den Rest des Jahres zu beantragen. Für unverschuldet in finanzielle Not geratene Krebspatienten gibt es den Härtefonds der Deutschen Krebshilfe. Dieser kann eine einmalige finanzielle Unterstützung gewähren, die nicht zurückgezahlt werden muss. Seit seiner Gründung hat der Härtefonds rund 140 Millionen Euro bereitgestellt. Eine nachträgliche Krebsversicherung ist oft nicht möglich, daher ist Vorsorge wichtig. Diese Mechanismen bieten wichtige finanzielle Hilfe bei Krebs in schwierigen Situationen.

Pflegeleistungen beanspruchen: Unterstützung bei Pflegebedarf

Tritt durch die Krebserkrankung Pflegebedürftigkeit ein, übernimmt die Pflegeversicherung Kosten für die Pflege zu Hause oder in einer Einrichtung. Seit dem Pflegestärkungsgesetz II wird der Pflegebedarf anhand von fünf Pflegegraden bemessen, die die Selbstständigkeit beurteilen. Alle Pflegebedürftigen, die ambulant gepflegt werden, erhalten einen Entlastungsbetrag von bis zu 125 Euro monatlich. Dieser Betrag ist zweckgebunden für bestimmte Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Die Leistungen der Pflegeversicherung sind ein wichtiger Baustein der finanziellen Hilfe bei Krebs.

Die Pflegeversicherung bietet verschiedene Leistungsarten:

  1. Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen

  2. Pflegesachleistungen für professionelle Pflegedienste

  3. Kombinationsleistungen aus Geld- und Sachleistung

  4. Teilstationäre Tages- oder Nachtpflege

  5. Vollstationäre Pflege im Pflegeheim

  6. Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

  7. Pflegehilfsmittel

Eine Krebsversicherung ohne Gesundheitsfragen kann eine Option sein, um sich frühzeitig abzusichern. Die richtige Planung und Nutzung dieser Leistungen kann die finanzielle Belastung deutlich reduzieren.

Rehabilitation und Wiedereingliederung organisieren: Zurück in den Alltag und Beruf

Nach der Akutbehandlung haben Krebspatienten Anspruch auf Rehabilitationsmaßnahmen. Diese dauern in der Regel drei Wochen und zielen darauf ab, die körperlichen und seelischen Folgen der Erkrankung zu lindern. Die Kosten tragen meist Rentenversicherungsträger oder Krankenkassen. Für die Rückkehr an den Arbeitsplatz kann das „Hamburger Modell“ eine stufenweise Wiedereingliederung ermöglichen. Während dieser Zeit sind Sie weiterhin krankgeschrieben und erhalten in der Regel Krankengeld oder Übergangsgeld. Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) ist ein weiteres Instrument, das Arbeitgeber anbieten müssen, wenn ein Mitarbeiter länger als sechs Wochen krank war. Diese Maßnahmen sind ein wichtiger Teil der finanziellen Hilfe bei Krebs, da sie den Weg zurück ins Berufsleben ebnen. Denken Sie auch über eine spezifische Krebsversicherung nach. Die sorgfältige Planung der Rehabilitation ist entscheidend für die langfristige Genesung.

Experten-Tipps für Ihre Anträge: Worauf Sie achten sollten


Ihr nächster Schritt: Individuelle Beratung für Ihre Situation


FAQ

Was zahlt die Krankenkasse bei einer Krebserkrankung?

Die Krankenkasse übernimmt Kosten für ärztliche Behandlung, Medikamente, Heilmittel (z.B. Physiotherapie), Hilfsmittel (z.B. Perücken, Rollstühle), Krankenhausaufenthalte, Fahrtkosten zu bestimmten Therapien, Haushaltshilfe unter bestimmten Voraussetzungen und Krankengeld nach Ablauf der Lohnfortzahlung.

Kann ich finanzielle Hilfe vom Staat bei Krebs bekommen?

Ja, staatliche finanzielle Hilfe bei Krebs gibt es in Form von Sozialleistungen wie Krankengeld, Erwerbsminderungsrente, Pflegegeld, Bürgergeld (früher Arbeitslosengeld II/Sozialhilfe) bei Bedürftigkeit, Wohngeld und Steuererleichterungen.

Wie beantrage ich den Härtefonds der Deutschen Krebshilfe?

Sie müssen einen Antrag mit persönlichen Daten, Einnahmen/Ausgaben (bestätigt durch eine Behörde/öffentliche Einrichtung) und einer ärztlichen Bescheinigung bei der Deutschen Krebshilfe einreichen. Die Formulare gibt es auf deren Webseite.

Welche Vorteile bringt ein Schwerbehindertenausweis bei Krebs?

Ein Schwerbehindertenausweis (ab GdB 50) bietet u.a. besonderen Kündigungsschutz, mehr Urlaubstage (fünf Tage zusätzlich), Steuererleichterungen (Behinderten-Pauschbetrag), früheren Renteneintritt und Ermäßigungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln.

Bekomme ich als Krebspatient eine Haushaltshilfe bezahlt?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen haben Sie Anspruch auf eine Haushaltshilfe, wenn keine andere im Haushalt lebende Person den Haushalt führen kann. Leben Kinder unter zwölf Jahren im Haushalt, kann die Hilfe länger gewährt werden (bis zu 26 Wochen).

Was ist die Belastungsgrenze bei Zuzahlungen für Krebspatienten?

Die Belastungsgrenze für Zuzahlungen liegt für chronisch Kranke (wozu Krebspatienten zählen) bei einem Prozent des jährlichen Familien-Bruttoeinkommens. Für andere Versicherte sind es zwei Prozent. Nach Erreichen dieser Grenze können Sie für den Rest des Jahres von weiteren Zuzahlungen befreit werden.

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