Hinterbliebenenschutz

Risikolebensversicherung: Versicherungssumme richtig berechnen

23.01.2026

10

Minuten

Katrin Straub

Geschäftsführerin bei nextsure

Die Wahl der richtigen Versicherungssumme entscheidet darüber, ob Ihre Familie im Ernstfall finanziell abgesichert ist oder vor dem Ruin steht. Mit der bewährten Kombination aus Bruttojahresgehalt und Restschuld ermitteln Sie präzise Ihren individuellen Bedarf.

Das Thema kurz und kompakt

Nutzen Sie die Basisformel: Addieren Sie das 3- bis 5-fache Bruttojahresgehalt zu Ihren gesamten Restschulden für eine realistische Summe.

Berücksichtigen Sie die Laufzeit: Der Schutz sollte bestehen, bis die Kinder finanziell unabhängig sind oder Kredite vollständig getilgt wurden.

Steuern optimieren: Nutzen Sie bei hohen Summen oder unverheirateten Paaren die Über-Kreuz-Versicherung, um die Auszahlung steuerfrei zu halten.


Die klassische Faustformel: Einkommen und Verbindlichkeiten

Die Basis jeder soliden Kalkulation bildet das aktuelle Einkommen. Die gängige Empfehlung lautet, das drei- bis fünffache Bruttojahresgehalt als Grundstock anzusetzen. Dieser Puffer dient dazu, den laufenden Lebensunterhalt der Hinterbliebenen für mehrere Jahre zu garantieren, ohne dass sofortige radikale Einschnitte beim Lebensstil nötig sind.

Warum gerade das Bruttoeinkommen? Es dient als einfacher Indikator für den gewohnten Lebensstandard. Wenn Sie beispielsweise 60.000 Euro brutto im Jahr verdienen, ergibt sich bei einem Faktor von fünf ein Basisbedarf von 300.000 Euro. Dieser Betrag deckt Miete, Nebenkosten, Lebensmittel und Versicherungen ab, die auch nach dem Tod eines Hauptverdieners weiterlaufen.

Zusätzlich zu diesem einkommensbasierten Teil müssen alle bestehenden Kredite addiert werden. Dies betrifft insbesondere Immobilienfinanzierungen. Wenn noch 250.000 Euro Restschuld auf Ihrem Haus lasten, sollte die Versicherungssumme um genau diesen Betrag erhöht werden. Das Ziel ist klar: Im Leistungsfall wird das Darlehen sofort getilgt, sodass die Familie schuldenfrei im Eigenheim wohnen bleiben kann. Die Formel lautet also:

  • (Bruttojahresgehalt x 3 bis 5) + Restschuld der Kredite = Versicherungssumme

Für Selbstständige und Freelancer gestaltet sich die Rechnung oft komplexer. Hier sollte nicht nur das private Einkommen, sondern auch die laufenden Betriebskosten oder die Kosten für eine qualifizierte Nachfolgeplanung berücksichtigt werden, falls das Unternehmen ohne die Schlüsselperson vorübergehend nicht handlungsfähig ist.

Individuelle Faktoren: Kinder, Inflation und Lebensphase

Die pauschale Faustformel ist ein exzellenter Startpunkt, muss aber an Ihre spezifische Lebenssituation angepasst werden. Ein wesentlicher Faktor ist das Alter Ihrer Kinder. Je jünger der Nachwuchs ist, desto länger ist der Zeitraum, in dem finanzielle Unterstützung benötigt wird. Experten raten dazu, pro Kind einen zusätzlichen Puffer von etwa 50.000 bis 100.000 Euro einzuplanen, um Ausbildungskosten oder ein späteres Studium abzusichern.

Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Inflation. Eine Versicherungssumme von 500.000 Euro hat in zwanzig Jahren eine deutlich geringere Kaufkraft als heute. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes schwanken die Teuerungsraten, doch langfristig mindern sie den Wert Ihrer Absicherung. Bei nextsure empfehlen wir daher oft den Einschluss einer Dynamik. Dabei steigen die Versicherungssumme und der Beitrag jährlich um einen festen Prozentsatz, um den Wertverlust auszugleichen.

Betrachten Sie auch die vorhandenen Vermögenswerte. Wenn bereits abbezahlte Immobilien, hohe Ersparnisse oder Ansprüche aus einer betrieblichen Altersvorsorge bestehen, kann die Versicherungssumme der Risikolebensversicherung entsprechend reduziert werden. Es geht nicht darum, maximal versichert zu sein, sondern bedarfsgerecht.

Checkliste für Ihre Kalkulation:

  • Wie hoch sind die monatlichen Fixkosten der Familie?

  • Welche Ausbildungskosten kommen für die Kinder in den nächsten 10 bis 20 Jahren zu?

  • Gibt es Bestattungskosten oder Erbschaftsteuern, die sofort fällig werden?

  • Welche Witwen- oder Waisenrenten sind aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu erwarten?

Konstante vs. fallende Versicherungssumme: Was passt wann?

Nicht jede Lebenssituation erfordert über die gesamte Laufzeit den gleichen Schutz. Hier unterscheidet man zwischen zwei Hauptmodellen, die erhebliche Auswirkungen auf die Prämienhöhe haben. Die konstante Versicherungssumme bleibt über die gesamte Vertragslaufzeit gleich hoch. Dies ist ideal, wenn Sie Ihre Familie allgemein absichern wollen und der Finanzbedarf über die Jahre stabil bleibt oder durch Inflation sogar eher steigt.

Die fallende Versicherungssumme (oft als Restschuldversicherung bezeichnet) reduziert sich hingegen jährlich. Dies ist die wirtschaftlich sinnvollste Lösung, wenn Sie gezielt einen Kredit absichern möchten. Da die Restschuld Ihres Darlehens mit jeder Tilgungsrate sinkt, passt sich der Versicherungsschutz diesem Verlauf an. Das spart Beiträge, da das Risiko für den Versicherer mit der Zeit abnimmt.

Modell

Eignung

Vorteil

Konstante Summe

Allgemeine Familienabsicherung

Voller Schutz bis zum letzten Tag

Linear fallend

Lineare Tilgungsdarlehen

Günstigere Beiträge als konstante Summe

Annuitätisch fallend

Klassische Immobilienkredite

Präzise Deckung der Restschuld

Bei nextsure sehen wir häufig, dass eine Kombination aus beiden Modellen die beste Strategie ist. Ein Vertrag mit konstanter Summe sichert den Lebensunterhalt der Familie, während ein zweiter, fallender Vertrag exakt auf die Immobilienfinanzierung zugeschnitten ist. So zahlen Sie nur für den Schutz, den Sie tatsächlich benötigen.

Der Steuer-Trick: Die Über-Kreuz-Versicherung

Ein technisches Detail, das bei der Berechnung der Versicherungssumme oft vergessen wird, ist die Erbschaftsteuer. Wenn die Versicherungssumme sehr hoch ist, kann das Finanzamt zugreifen, sobald die Auszahlung an den Begünstigten erfolgt. Insbesondere bei unverheirateten Paaren sind die Freibeträge mit lediglich 20.000 Euro extrem niedrig. Bei Ehepartnern liegt der Freibetrag zwar bei 500.000 Euro, doch bei großen Immobilienvermögen ist dieser schnell erschöpft.

Um zu verhindern, dass ein signifikanter Teil der Versicherungssumme als Steuer abfließt, bietet sich die sogenannte Über-Kreuz-Versicherung an. Hierbei versichert Person A das Leben von Person B und ist gleichzeitig Versicherungsnehmer und Beitragszahler. Im Todesfall von Person B erhält Person A die Summe steuerfrei, da es sich nicht um eine Erbschaft, sondern um eine Leistung aus dem eigenen Vertrag handelt.

Diese Gestaltung hat keinen Einfluss auf die Höhe der benötigten Summe an sich, aber sie stellt sicher, dass die berechnete Summe auch netto bei den Hinterbliebenen ankommt. Wenn Sie diesen Weg nicht wählen, müssten Sie die Versicherungssumme theoretisch um den zu erwartenden Steuerbetrag erhöhen, was die Beiträge unnötig in die Höhe treibt. Transparenz bedeutet für uns bei nextsure auch, solche strategischen Kniffe frühzeitig anzusprechen.

Häufige Fehler bei der Bedarfsermittlung

Trotz einfacher Faustformeln schleichen sich oft Fehler ein, die im Ernstfall teuer werden können. Einer der häufigsten Fehler ist die Unterschätzung der Kinderbetreuungskosten. Fällt der Elternteil weg, der sich primär um die Kinder gekümmert hat, entstehen oft hohe Kosten für externe Betreuung oder Haushaltshilfe, selbst wenn dieser Elternteil kein direktes Einkommen beigesteuert hat. Auch die Absicherung von Hausfrauen und Hausmännern ist daher essenziell.

Ein weiterer Fehler ist die zu kurz gewählte Laufzeit. Die Versicherung sollte idealerweise so lange laufen, bis die Kinder finanziell auf eigenen Beinen stehen oder die Immobilienkredite vollständig getilgt sind. Wer hier spart und die Laufzeit zu kurz ansetzt, steht mit 55 Jahren eventuell ohne Schutz da, während eine neue Versicherung aufgrund des Alters oder gesundheitlicher Einschränkungen unbezahlbar oder gar unmöglich wird.

Vergessen Sie zudem nicht die Nachversicherungsgarantien. Das Leben verläuft selten linear. Eine Hochzeit, die Geburt eines weiteren Kindes oder der Kauf einer größeren Immobilie ändern den Bedarf schlagartig. Achten Sie darauf, dass Ihr Tarif bei nextsure Optionen bietet, die Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen, wenn solche Lebensereignisse eintreten.

Fazit: So sichern Sie Ihre Zukunft digital und präzise ab

Die Berechnung der Versicherungssumme für eine Risikolebensversicherung ist keine Raketenwissenschaft, erfordert aber einen ehrlichen Blick auf die eigenen Finanzen. Die Faustformel (3-5x Jahresgehalt + Schulden) bietet eine hervorragende Orientierung. Dennoch sollten individuelle Faktoren wie das Alter der Kinder, die Inflation und steuerliche Aspekte wie die Über-Kreuz-Versicherung in die finale Entscheidung einfließen.

Bei nextsure unterstützen wir Sie dabei, diesen Prozess so einfach und digital wie möglich zu gestalten. Unser Ziel ist es, dass Sie nicht nur irgendeine Versicherung abschließen, sondern genau den Schutz erhalten, der zu Ihrem Leben passt. Nutzen Sie moderne Tools zur Bedarfsermittlung und lassen Sie sich im Zweifel von Experten beraten, um sicherzustellen, dass Ihre Liebsten im Fall der Fälle optimal versorgt sind.

FAQ

Was passiert mit der Versicherungssumme, wenn ich den Kredit schneller tilge?

Bei einer fallenden Versicherungssumme reduziert sich der Schutz nach einem festen Plan. Wenn Sie schneller tilgen, ist die Versicherungssumme zeitweise höher als die Restschuld. Sie können den Vertrag dann meist anpassen oder kündigen, um Beiträge zu sparen.

Sollten beide Partner eine eigene Risikolebensversicherung abschließen?

Ja, das ist absolut ratsam. Besonders wenn beide zum Haushaltseinkommen beitragen oder die Kinderbetreuung aufteilen. Eine gegenseitige Absicherung (Über-Kreuz) ist steuerlich meist die klügste Wahl.

Wie wirkt sich das Rauchen auf die Versicherungssumme und den Beitrag aus?

Rauchen hat keinen Einfluss auf die benötigte Summe, aber massiven Einfluss auf den Beitrag. Raucher zahlen oft das Doppelte oder Dreifache für den gleichen Schutz, da ihr statistisches Sterberisiko höher ist.

Ist eine Risikolebensversicherung für Singles sinnvoll?

Für Singles ohne Angehörige oder Geschäftspartner ist sie meist unnötig. Sinnvoll wird sie erst, wenn Kredite abgesichert werden müssen, für die beispielsweise Eltern bürgen, oder wenn eine Familiengründung bevorsteht.

Was ist der Unterschied zwischen Versicherungssumme und Auszahlungsbetrag?

Die Versicherungssumme ist der garantierte Betrag. Durch Überschussbeteiligungen des Versicherers kann der tatsächliche Auszahlungsbetrag im Todesfall etwas höher ausfallen, darauf sollte man sich bei der Planung aber nicht verlassen.

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